Jakarta
Anschlag

IS-Hintergrund bei Terroranschlag in Indonesien bestätigt

Mehrere laute Explosionen erschüttern die indonesische Millionenmetropole Jakarta am Donnerstag. Sieben Menschen sterben, darunter auch fünf Attentäter. Ein Deutscher soll verletzt worden sein.
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Terroranschlag in Indonesien Foto: dpaEPA/ALFIAN
Terroranschlag in Indonesien Foto: dpaEPA/ALFIAN
Eine Serie von Explosionen hat in der indonesischen Hauptstadt Jakarta am Donnerstag Angst und Schrecken verbreitet. Fünf Attentäter griffen am Morgen im Zentrum ein Café und andere Ziele nahe einem Einkaufszentrum an. Zwei Menschen kamen ums Leben. Zwei Täter sprengten sich nach Polizeiangaben in die Luft, die anderen drei wurden bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.

Der Anschlag geht nach Angaben der Polizei auf das Konto von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). "Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS", sagte Polizeichef, Tito Karnavian. Gerüchte, dass sich Attentäter in Gebäuden verschanzten und womöglich Geiseln festhielten, bestätigten sich nicht.

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass ein Deutscher bei dem Anschlag verletzt worden ist. Ein niederländischer UN-Mitarbeiter ist schwer verletzt worden. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des Außenministeriums in Den Haag.

Angreifer sollen unter anderem eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Schwer bewaffnete Polizisten und Anti-Terroreinheiten waren im Einsatz, wie in Live-Sendungen des Fernsehens zu sehen war. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Massive Gebäudeschäden waren auf den Fernsehbildern nicht zu sehen.


Augenzeugen berichten

Es sei nach den Explosionen zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen, sagte Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. "Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse. Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte. Sie sahen aus wie Ausländer."

Jeremy Douglas, der Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) war nach eigenen Worten im UN-Büro gegenüber des Einkaufszentrums, als sich die Explosionen ereigneten. "Wir sitzen hier im zehnten Stock fest", berichtete er dem Fernsehsender BBC. "Wir sehen auf der Straße jede Menge Sondereinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt."


Anschlag im Herzen der Metropole

Ein Sprengsatz soll nach Medienberichten in einem kleinen Polizeiposten auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen mehrspurigen Straße vor dem Gebäude explodiert sein. Das Gebäude war im Fernsehen zu sehen. Die Wände waren nicht eingestürzt. Eine weitere Detonation soll direkt vor oder in einem Café passiert sein.
Das Sarinah liegt mitten im Herzen der Millionenmetropole und ist wegen seiner großen Souvenir-Abteilung bekannt. In der Umgebung sind zahlreiche internationale Hotels und Bürogebäude. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter entfernt. Jakarta ist im Gegensatz zu anderen Metropolen in Südostasien als Touristendestination nicht sehr populär.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime. Muslimische Extremisten verübten nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge. 2002 kamen auf der Ferieninsel Bali bei Sprengstoffanschlägen 202 Menschen um, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert.