Teheran

Iran: Psychotest für Tätowierte vor Führerscheinprüfung - Tattoo sei Krankheit

Tätowierte müssen im Iran, bevor sie den Führerschein machen, einen Psychotest bestehen. Tätowierungen seien eine Art Körperverletzung. Menschen, die sich das antun, könnten unter psychischen Störungen leiden.
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Im Iran müssen Tätowierte einen Psychotest absolvieren, bevor sie den Führerschein machen dürfen. Tattoos seien eine Art Selbstverletzung und könnten Anzeichen einer psychischen Störung sein. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa
Im Iran müssen Tätowierte einen Psychotest absolvieren, bevor sie den Führerschein machen dürfen. Tattoos seien eine Art Selbstverletzung und könnten Anzeichen einer psychischen Störung sein. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa

Tätowierte Menschen müssen im Iran zukünftig einen psychologischen Test bestehen, bevor sie einen Führerschein beantragen dürfen. "Die Tätowierung ist eine Art von Selbstverletzung und Personen, die das tun, leiden eventuell an psychischen Störungen", sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Nur nach einem erfolgreichen Test dürfe die Fahrerlaubnis beantragt werden.

Tätowierung als Zeichen der westlichen Kulturinvasion

Tätowierungen wurden bislang in der islamischen Republik als "Zeichen der westlichen Kulturinvasion" eingestuft, die die islamischen Werte gefährdeten. Nun gelten sie auch als psychische Krankheit. Dennoch werden Tätowierungen besonders unter Jugendlichen im Iran immer beliebter - zum Ärgernis der Behörden und der Sittenpolizei. Es gibt mehrere Stellen, an denen man Tätowierungen am Körper verdecken kann.

Fußballspieler muss Tattoos verdecken

Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Fall des Kapitäns der iranischen Nationalmannschaft, Ashkan Dejagah: Vor drei Jahren wollte die Ethik-Kommission des iranischen Fußballverbandes ihn wegen seiner Tätowierungen suspendieren. Dazu kam es zwar nicht, der Deutsch-Iraner spielt aber seitdem immer in langärmligen Trikots.