Berlin
Sprachentwicklung

Internet-Nutzer legen Wert auf Rechtschreibung und Grammatik

In Internet-Blogs, E-Mails oder Chats achten die Deutschen auf Rechtschreibung und Grammatik. Dabei unterstreichen Emojis die Aussagen der Nutzer.
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Viele Leute benutzen in ihren WhatsApp-Nachrichten die gelben runden Smileys.  Katharina Heimeier, dpa
Viele Leute benutzen in ihren WhatsApp-Nachrichten die gelben runden Smileys. Katharina Heimeier, dpa
Nach Ansicht von Sprachwissenschaftlern achten die Deutschen auch in Internet-Blogs, E-Mails oder in der Chat-Kommunikation auf Rechtschreibung und Grammatik. "Schreibkompetenzen haben einen hohen Prestigewert", sagte die Germanistin Angelika Storrer von der Universität Mannheim am Mittwoch bei der Veröffentlichung eines neuen Berichts zur Lage der deutschen Sprache.


Emojis und Abkürzungen

Storrer zufolge entwickelt die Kommunikation im Internet aber keine komplett eigenständige Sprachnorm, sondern orientiert sich an der laufenden Alltagssprache. Abkürzungen und die Nutzung von Bildern wie etwa Emojis ergänzten die Texte und unterstrichen, welche Emotionen die Aussagen begleiteten. Der Beitrag der Linguistin zur Sprache im Internet erschien im Lagebericht der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Titel "Vielfalt und Einheit der deutschen Sprache".

Insgesamt haben die Wissenschaftler eine zunehmende Vielfalt und mehr Variationen der deutschen Sprache beobachtet. Für die Erhebung wurde neben der Kommunikation im Internet die Entwicklung von Dialekten und Regiolekten, von gesprochener Alltagssprache, der Sprache von Menschen mit Migrationshintergrund sowie Jugendlichen untersucht.


Guter Zustand der Sprache

Der Vizepräsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Wolfgang Klein, bescheinigte der deutschen Sprache grundsätzlich "einen sehr guten Zustand". Jeder besitze vielfältige Sprachkompetenz. Gegenstand der Forschung sei zu beleuchten, wie sich welche Menschen in welcher Redesituation ausdrückten. Die Sprachnorm ergebe sich aus dem Sprachgebrauch, hieß es weiter. Die Sprache der schönen Literatur könne niemals der Standard sein, bekräftigte auch Peter Eisenberg, der ebenfalls Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist.