Frensdorf
Frankenblog

Wussten Sie, dass Ferkel Vanille-Milchpulver lieben?

Eine plötzliche Schweinestall-Allergie zwang mich, zwei Tage im Bett liegen zu bleiben. Viel Zeit, um zu lesen - und erstaunliche Entdeckungen zu machen. Heute lasse ich Sie an meinen Erkenntnissen teilhaben.
Schweine sind wirklich süß. Aber sie stinken. Und machen mich allergisch. Insofern: Nie wieder Schweinestall!  Fotos: Michael Gründel
Schweine sind wirklich süß. Aber sie stinken. Und machen mich allergisch. Insofern: Nie wieder Schweinestall! Fotos: Michael Gründel
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Letzten Mittwoch führte uns ein Volontärs-Tag mit dem Thema "Landwirtschaft" in einen Schweinestall, einen Kuhstall und zu einer Biogasanlage. Und schon im Schweinestall ging bei mir gar nichts mehr: Ein plötzlich auftretender Monster-Schnupfen ließ mein linkes Auge so zuschwellen, dass ich die Kühe später nur noch eindimensional vor sich hin käuen sah.


Schweine sind scharf auf Vanillegeschmack
Ich bin ja überzeugt, dass ich gegen Schweineställe im Generellen und Schweinestall-Geruch im Konkreten allergisch bin. Wahrscheinlicher ist aber, dass es der Sojaschrot war, mit dem die Schweine gefüttert werden und den ich mir ja unbedingt wieder von Nahem angucken musste. Jedenfalls lag ich daraufhin zwei Tage lang flach, weil mir ansonsten das Wasser, das ich getrunken hatte, quasi ohne Umwege wieder aus Nase und Augen lief. Immerhin: Ich konnte endlich all das lesen, was sich seit Jahren neben meinem Bett stapelt (solange ich liegen blieb) - und ich machte erstaunliche Entdeckungen.

Zunächst aber zu einer Entdeckung, die ich schon im Schweinestall gemacht habe: Wussten Sie, dass Ferkel am liebsten Milchpulver mit Vanillegeschmack fressen? Finde ich ja an sich ganz sympathisch, aber wer zum Kuckuck hat das herausgefunden? Hat der Betreffende auch Erdbeer- und Kirschgeschmack getestet? Und: Gibt es im Stall das gleiche Vanille-Milchpulver, das auch in Vanillecappuccino-Pulver drin ist? Wobei, das will ich gar nicht so genau wissen!


Ameisen überrennen unsere Urlaubsgebiete
Lieber zu Entdeckung Nummer zwei, quasi frisch aus dem Krankenbett: Wussten Sie, dass es in der Sahara Ameisen gibt, die einen Meter pro Sekunde , man muss schon sagen, rennen können? Falls Sie damit nichts anfangen können: Das sind 3,6 Kilometer pro Stunde oder von Fußballtor zu Fußballtor in weniger als zwei Minuten. Für eine Ameise nicht schlecht.

Und trotzdem wäre sie 67 Tage unterwegs, würde sie vom Anfang des größten Ameisennestes der Welt in Südeuropa bis zum Ende laufen. Das wiederum ist nämlich etwa 5760 Kilometer lang und erstreckt sich von der italienischen Riviera bis ins nordwestliche Spanien. Denken Sie nochmal gut über das Ziel für Ihren Sommerurlaub nach!


Leichen werden in Zukunft geschmolzen
Ähnlich unangenehm: Wussten Sie, dass es ein innovatives Verfahren gibt, das Wachsleichen, also Leichen, die nicht richtig verwesen, anbohrt und von innen heraus schmilzt? Man bohrt einfach von oben ein Loch bis in den Sarg hinunter (wobei man offensichtlich raten muss, ob die Leiche verwest oder verwachst ist) spritzt ein - laut Hersteller - "naturnahes Präparat" hinein, die Leiche erhitzt sich nach und nach auf 300 Grad - und schmilzt einfach weg. Irgendwie gruselig, oder?

Aber Rettung naht! Falls Sie ihr Wachsleichen-Risiko dauerhaft senken wollen, müssen Sie einfach nur folgenden Tipp beherzigen: Verzichten sie auf Plastikdeckchen im Sarg, Synthetik-Jacken und - ganz wichtig - auf Nylonstrümpfe. Die führen nämlich oft dazu, dass die Beine auch noch dann da sind, wenn alles andere schon lange verwest ist. Eine eher makabere Art des Bein-Fetischs.


Und Lebensmittel gezählt - oder auch nicht
Dafür jetzt etwas Positives: Wussten Sie, dass alle Lebensmittel, die auf dieser Welt produziert werden, zusammen insgesamt 13 Billiarden Kilokalorien haben? Das hat die Welternährungsorganisation (FAO) herausgefunden. Sie will damit sagen, dass wir kein Ernährungsproblem haben, sondern ein Verteilungsproblem - denn rein rechnerisch seien das 5300 Kalorien pro Mensch und Tag.

Wie die FAO auf diese Zahl gekommen ist, bleibt allerdings schleierhaft: Haben sie alle Tomatensuppendosen der Welt gezählt? Haben sie geschätzt? Und vor allem: Wurde das Soja für die Schweine mitgezählt, das immerhin - so haben wir beim Volo-Tag gelernt - auch die Kinder in Afrika ernähren könnte? Oder das Vanille-Milchpulver, das genauso gut im Cappuccino sein könnte? Man weiß es nicht, die FAO lässt einen ratlos zurück.


Und was sagen wir dazu? - Ich habe "Ølfrygt"!
Deutlich mehr Aufschluss bietet meine letzte Entdeckung: Wussten Sie, dass es in Feuerland eine Sprache gibt, die ein Wort für "der Blick zwischen zwei Menschen, die wollen, dass der andere etwas in Gang setzt, was beide begehren, aber ohne den ersten Schritt zu wagen" hat? "Mamihlapinatapai" heißt es - die Sprache wird aber leider nur noch von einer einzigen Frau gesprochen.

Im Gegensatz zu gälisch, das noch mehr als 60.000 Sprecher hat. All diese Menschen sagen "sgriob", und zwar dann, wenn sie über den Juckreiz sprechen wollen, der sich vor dem ersten Schluck Whisky an ihrer Oberlippe bemerkbar macht. Faszinierend, über was Schotten so reden, wenn der Tag lang ist!

Weil wir gerade bei großartigen Wörtern sind: "Age-otori" ist alt-japanisch und bedeutet: "nach einem Haarschnitt schlimmer aussehen als davor". Ein "vomitarium" war im alten Rom ein Raum, in dem gekotzt wurde, damit man nachher wieder essen mag. "Ølfrygt" nennt man auf altdänisch die Angst, dass es zu wenig Bier gibt.
Und "nakhur" bezeichnet in Somalia ein Kamel, das keine Milch gibt, wenn man es vorher nicht an der Nase kitzelt. Vielleicht sollten es die Somalier statt ständig zu kitzeln mal mit Milchpulver probieren. Das ginge schneller - und die kleinen Kamelchen kämen auch mal in den Genuss von Vanillegeschmack.