Edinburgh
Ausstellung

Wo Super Mario auf Pac-Man und Solid Snake trifft

Es sollte ein langweiliger Tag im Museum werden, doch was dann geschah, war einfach heftig...
Eröffnet wird die Ausstellung mit großen Klassikern wie Pac-Man und Space Invaders auf Arcade-Automaten. Foto: privat
Eröffnet wird die Ausstellung mit großen Klassikern wie Pac-Man und Space Invaders auf Arcade-Automaten. Foto: privat
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Das National Museum of Scotland in Edinburgh ist nicht gerade bekannt für seine innovativen Ansätze was die Konzeption betrifft. Es ist in dieser Hinsicht eher traditionell aufgestellt: Vitrinen, Exponate, kurze Textblöcke. Hier und da lassen sich kleine Klappen öffnen, um - wer hätte es gedacht - darunter kleine Texte zu finden. Das war"s dann aber auch schon mit der Interaktivität.

Doch die Sonderausstellung, die an diesem Tag zu sehen war, hatte es wirklich in sich: Zu sehen, wenn nicht gar zu erleben, gab es "Game Masters - The Exhibition". Eine Ausstellung, die Gamedesign zur Kunstform erhebt und ein Rückblick auf die vergangenen 30 Jahre der Spieleindustrie bietet.

Und schon das Betreten des Saales lässt das Gamerherz höher schlagen: In dem abgedunkelten Raum fallen sofort die vielen Farben und blinkenden Lichter ins Auge. Zahlreiche Gesichter werden nur von den vor ihnen liegenden Bildschirmen erleuchtet. In den Ausdrücken lässt sich Begeisterung ablesen. Erwachsene Männer benehmen sich plötzlich wie kleine Jungs, zerren ihre Partnerinnen vor die Konsolen und Automaten, zeigen mit den Fingern und erzählen mit großen Augen Geschichten aus längst vergangenen geglaubten Spieletagen.

Auf dem Weg zu den neueren Spielen passiert man zunächst eine Allee aus alten Arcade-Automaten, auf denen man unter anderem Pac-Man und Space Invaders zocken kann. Alleine hier ließen sich schon Stunden verbringen, um mit den kleinen, ausgeleierten Joysticks den gelben Kreis mit dem Mund die vielen leuchtenden Punkte fressen zu lassen. Ein schmackhafter Löffel von der Ursuppe des Gamings. Nur "Pong" fehlt.

Von hier aus schreitet man in der Evolution voran, vorbei an den alten Sega-Konsolen, dem Master-System und dem Mega-Drive. Natürlich darf auch Nintendo nicht fehlen. Die Firma wurde 1889 als Hersteller für Spielkarten gegründet, der Name bedeutet wohl frei übersetzt "Lege das Glück in die Hände des Himmels". Super Mario hüpft fröhlich über den Flachbildschirm. Hier macht Lernen Spaß.

Als PC-Spieler weiß man vor allem die Adventure-Ecke zu schätzen - hier lassen sich unter anderem Day of the tentacle oder Monkey Island spielen. Über die verschiedenen Playstation-Generationen, die Xbox, die Wii arbeitet man sich bis zu aktuellen Spiele-Apps auf Tablets vor. Irgendwo zwischen "Lego: Star Wars" und dem Indie-Titel "The Journey" vergisst man die Zeit, die Stunden verfliegen. Die zehn Pfund Sterling Eintritt - knapp 14 Euro - haben sich gelohnt. Sollte es die Ausstellung einmal nach Deutschland schaffen, dann sei jedem Gaming-Nostalgiker ein Besuch ans Herz gelegt.