Bayreuth
Mein Wagner-Jahr

Wagnerjahr-Wissenswette (III)

Zwei Heldentenöre auf einen Streich: Heute gibt's eine Hommage an Heinrich Gudehus und die neue Wagner-CD von Jonas Kaufmann als Gewinn in unserem monatlichen Fragespiel.
Jonas Kaufmann Foto: Decca/©PetraStadler.com
Jonas Kaufmann Foto: Decca/©PetraStadler.com
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Heute sind gleich zwei Tenöre dran: einer, der noch zu Lebzeiten Wagners in Bayreuth sang, und einer, der heute viele Opern- und Wagnerliebhaber begeistert - Heinrich Gudehus, der am 30. März 1842 geboren wurde, und Jonas Kaufmann, dessen neue Wagner-CD in unserem heutigen Monatsrätsel zu gewinnen ist.

Heinrich Wilhelm Gudehus, der heute vor 171 Jahren in Altenhagen bei Celle auf die Welt kam, war Sohn eines Lehrers und schlug ebenfalls die Schullaufbahn ein. Um auch Gesangsunterricht geben zu können, bildete er sich in Braunschweig bei Malvina Schnorr von Carolsfeld weiter, der ersten Isolde und Witwe des für Wagner einzigartigen Tenors Ludwig Schnorr von Carolsfeld. Sie machte Gudehus klar, dass er selbst das Zeug zu einem Sänger hatte und empfahl ihn nach Berlin, wo er im Januar 1871 debütierte. Nach Stationen in Riga, Lübeck, Hamburg, Bremen wurde er Ensemblemitglied in Dresden, wo ihn im Sommer 1881 Richard Wagner hörte.

Nach den Erinnerungen von Gudehus, die Einhard Luther in seiner zweiteiligen Heldentenor-Saga So singe, Held! und Helden an geweihtem Ort zitiert, setzte die Intendanz, die mit dem Sänger und Musiker suchenden Wagner noch auf gespanntem Fuß stand, eiligst die Meistersinger ab und ließ stattdessen den Freischütz aufführen. Wagner erlebte Gudehus als Max und bat ihn anderntags zu sich. "In banger Erwartung ging ich zu ihm, in freudigster Erregung kehrte ich heim. Der Meister hatte mir die Rolle des Parsifal für den nächsten Sommer in Bayreuth anvertraut."

Anders als der mit ihm alternierende Hermann Winkelmann war Gudehus kein Baritontenor, sondern ein echter hoher Tenor. So stellte Adelheid Bernhard 1882 in Aus dem Dresdner Hoftheater unter anderem fest: "Von den Künsten, wie sie der routinierte Sänger im Laufe längerer Jahre erwirbt, von Wegschminken, Fallenlassen, Transponieren, Umlegen etc. ist offenbar keine Rede bei ihm; er singt Alles, selbst den Arnold im Tell, wie es geschrieben steht." Und Eduard Klampfl schrieb in seinem Buch über den Parsifal in Bayreuth: "Seine vom tiefen C zum hohen Des reichende, in allen Lagen gleich kräftige und biegsame Stimme sowie seine Mittel deckten sich am besten mit der Gestalt Siegmunds und Siegfrieds. Sie berührten wie der helle C-Dur-Klang des Schwertmotivs."

Gudehus war seinem Kollegen Winkelmann zwar von der Stimmkraft her überlegen, nicht jedoch als Darsteller. Eine zwingende Bühnenpräsenz war ihm nur mit Partnern gegeben, die ihn befeuerten. In Therese Malten hatte er eine solche inspirierende Kollegin. Mit ihr als Kundry und später als Isolde und Eva bei den Bayreuther Erstaufführungen von Tristan 1886 und den Meistersingern 1888 konnte er überzeugen. Als sie nach den Festspielen 1888 nicht mehr nach Bayreuth kam, sang er dort 1989 nochmals Stolzing und kehrte ebenfalls nicht mehr zurück. In Berlin galt er als unentbehrlicher Wagnerheld, an der New Yorker Met brillierte er in 1890/91 in allen großen Wagnerpartien und zeigte, so Einhard Luther, "dass ihm neben den Wagnerhelden auch die eleganten Meyerbeerkavaliere lagen. Als sich das 19. Jahrhundert dem Ende zuneigte, endete auch seine Karriere. Er starb am 9. Oktober 1909 in Dresden, wo eine Straße nach ihm benannt ist.

Mit Gudehus dürfte der heutige Tenor Jonas Kaufmann stimmlich eher wenig gemein haben. Der gebürtige Münchner ist eher ein Wagnerheld, der aus tieferen Regionen kommt, wie beispielsweise auch der baritonale Ludwig Schnorr von Carolsfeld. Kaufmanns letzte Rolle in einer Neuinszenierung war sein Parsifal an der New Yorker Met, hierzulande wird er als nächstes Manrico im neuen Münchner "Trovatore" sein. Was er zu seiner neuen Wagner-CD zu sagen hat, lässt sich im Interview mit Thomas Voigt nachlesen.

Der Plattenkonzern Universal, wozu auch das Label Decca gehört, bei dem Jonas Kaufmann unter Vertrag steht, hat uns drei Exemplare der neuen Wagner-CD des Künstlers für unser Monats-Rätselspiel zur Verfügung gestellt. Es gilt wiederum, drei Fragen sinnig zu lösen:

1.) Wo und bei welcher Oper fand der größte Theaterskandal des 19. Jahrhunderts statt?

2.) Wer gilt für das 20. Jahrhundert als der "Heldentenor of the Century"?

3.) Wie heißt die zweite Tochter von Cosima und Hans von Bülow?

Wer die Antworten nicht auf Anhieb weiß, kann sie in den März-Einträgen dieses Blogs finden. Senden Sie Ihre Lösung mit dem Stichwort "Wissenswette III" und Ihrer Postanschrift bis spätestens 6. April an leserreporter@infranken.de. Die Gewinner werden unter allen richtigen Einsendungen gezogen; Name und Wohnort werden im Blog veröffentlicht.

Mein aktueller TV-Tipp: In der Nacht zum Ostermontag wird im Programm Tele 5 in voller Länge und ohne Werbeunterbrechungen die "Walküre"-Produktion aus der Met mit Jonas Kaufmann als Siegmund, Bryn Terfel als Wotan und Deborah Voigt als Brünnhilde gesendet (ab 00:10 Uhr). Am 30. März 1866 fiel Wagner und Cosima auf einer Fahrt über den Vierwaldstätter See erstmals das Landhaus Tribschen auf; fünf Tage später wurde es besichtigt und sofort gemietet. Für die nächsten sechs Jahre hatte der ruhelose Wanderer Wagner in den Schweizer Bergen wieder eine Heimat gefunden, deren Miete kein Geringerer als König Ludwig II. bezahlte. Wer's nicht ganz so idyllisch mag, dem sei der 68. Geburtstag von Eric Clapton ans Herz gelegt. Oder wahlweise die Operette "Herz über Bord" von Eduard Künnecke, die heute vor 78 Jahren in Zürich und Düsseldorf uraufgeführt wurde.




Gewinnen Sie die neue Wagner-CD mit Jonas Kaufmann!
 

Beantworten Sie einfach die drei Gewinnspielfragen! Diese finden Sie im vorvorletzten Absatz des Blog-Artikels. Senden Sie Ihre Lösung mit dem Stichwort „Wissenswette III“ bis spätestens 6. April an leserreporter@infranken.de. Die Gewinner werden unter allen richtigen Einsendungen gezogen und von uns benachrichtigt. Viel Glück!