Bamberg
Elektromobilität

Tesla-Besitzer traute seinen Augen nicht

Elektroautos sind die Zukunft, heißt es. Außerdem gelten sie als saubere Verkehrsteilnehmer, sind Null-Emissions-Fahrzeuge. In Singapur, wo es ansonsten Rabatte für saubere Autos gibt, musste ein Tesla-Besitzer nun eine ganz andere Erfahrung machen.
Tesla Model S
Erfolgsauto von Tesla: Das Model S. Bild: Tesla
Eigentlich wollte der Käufer eines Tesla Model S einen Rabatt von rund 11.000 US-Dollar rausholen, als er seinen Antrag an die Behörden in Singapur stellte. Heraus kam für ihn genau das Gegenteil: Er soll 11.000 US-Dollar zahlen, da sein neues Auto gar nicht emissionsfrei fahre, sondern, im Gegenteil, ein echter Luftverschmutzer sei.

Wie kommt das? Die Behörde rechnet vor: 444 Wattstunden verbrauche der Tesla pro Kilometer. Für die Produktion des Stroms müsse beim Energiemix in Singapur mit einem CO2-Ausstoß von 0,5 Gramm pro Wattstunde gerechnet werden. Fazit: Der Tesla stößt pro Kilometer 222 Gramm CO2 aus – und damit mehr als die meisten Benzin- und Diesel-PKWs. Tesla-Chef Elon Musik ist alarmiert: Denn in den technischen Daten sind beim Model S lediglich 210 Wattstunden pro Kilometer als Verbrauch angegeben, die Behörden in Singapur hingegen berufen sich auf die Standards der „United Nations Economic Commission“.

Der Technik-Michel meint:
Elektromotoren sind ohne Frage die Zukunft. Nur die Frage, wie das Auto mit der notwendigen Energie gespeist wird, ist offen. Strom, Wasserstoff, …? Klar ist: Der Energiemix, der in den „Tank“ wandert, ist das entscheidende Kriterium. Denn wer sich eine Photovoltaikanlage beschafft und damit das Elektroauto lädt, fährt wirklich emissionsfrei, lassen wir die CO2-Emissionen bei der Produktion von Auto und Photovoltaikzellen mal außen vor. Wer hingegen sein Auto an die klassische Steckdose hängt, lädt sein Auto nur so auf, wie es der Energiemix im Land zulässt. Ist da bei der Produktion viel Kohle- oder Erdöl dabei, ist es vorbei mit dem emissionsfreien Fahren. 

Und genau hier ist und bleibt die Politik gefordert. Allein Elektroautos zu fördern, macht wenig Sinn. Das haben scheinbar die Behörden in Singapur erkannt. Nur: Käufer, die sich für Elektroautos interessieren, einfach pauschal zu bestrafen, ist ebenfalls nicht der richtige Weg.

(via jalopnik.com)