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Microsoft

Steve Ballmer geht - in den nächsten Monaten

Der Chef des mächtigen Software-Konzerns hat seinen Rückzug angekündigt. Wer die Nachfolge antritt, ist noch nicht klar. Firmengründer Bill Gates will bei der Suche helfen. Doch ob Microsoft damit an frühere Erfolge anknüpfen kann, ist fraglich.
Steve Ballmer hat seinen Rückzug innerhalb der nächsten zwölf Monate angekündigt. Foto: Dan Gluskoter/dpa
Steve Ballmer hat seinen Rückzug innerhalb der nächsten zwölf Monate angekündigt. Foto: Dan Gluskoter/dpa
Na, das war wohl nichts. Mit dem neuen Betriebssystem Windows 8. Am Engagement von Steve Ballmer kann das nicht gelegen haben. Denn der ist bekannt dafür, sich bei Produktvorstellungen mächtig schwitzend ins Zeug zu legen und dabei auch noch kräftig gegen die Konkurrenz auszuteilen.
Doch alle Versuche, die Kunden davon zu überzeugen, dass sie alle ihre Gewohnheiten über den Haufen werfen und sich nicht nur mit einem neuen Betriebssystem anfreunden, sondern auch noch gleich einen neuen Rechner dazu kaufen sollten, sind nicht von Erfolgen gekrönt. Jedenfalls bis jetzt noch nicht.


Schwerpunkt auf den stationären Rechner

Microsoft hat in der Vergangenheit den Fehler gemacht, zu sehr auf den stationären Rechner zu setzen, der neben einer Windows-Version auch ein Paket aus Büroprogrammen wie Word oder Excel mitbringt und deshalb in vielen Büros immer noch das Maß aller Dinge ist. Logisch, dass sich andere Programmentwickler anhängten und ihrerseits auf Windows setzten.

Doch während Apple und Google mit Smartphones und Tablets Geräte auf den Markt brachten und bringen, die Computer unabhängig vom Schreibtisch machten und immer weiter machen, war von Microsoft lange Zeit nichts zu sehen. Zwar ist Windows 7 nach dem erfolgreichen und immer noch weit verbreiteten Windows XP ein Betriebssystem, dass stabil läuft und ein frisches Aussehen hat. Doch wirklich wieselflink und daher für kleinere Rechner geeignet, ist es vor allem im Vergleich zu Android, Apples iOS oder auch weniger grafikaufwändigen Linux-Versionen nicht.


Surface-Rechner verkaufen sich schlecht

Daran konnten auch die bunten und mit viel Werbeaufwand vorgestellten Surface-Rechner - Tablets mit Tastatur - nichts ändern. Sie verkaufen sich nicht wie erwartet, weswegen der Preis erst kürzlich um 30 Prozent gesenkt wurde. "Wir verkaufen ein paar Tablets mehr als wir verkaufen", sagte Ballmer dazu auf einer internen Veranstaltung. Fakt ist aber wohl, dass sich die Nutzer längst anders orientiert haben und keinen wirklichen Grund sehen, zu einem Microsoft-Produkt zu greifen. Zumal nur die wenigsten bereit sind, sich mit einem völlig anderen Benutzeroberfläche wie sie Windows 8 mitbringt, auseinanderzusetzen. Eine Ironie ist da die Meldung, dass Lenovo verkündet, seine Ideapad-Reihe so auszustatten, dass die Käufer keinen Unterschied zu Windows 7 merken.

Steve Ballmer geht, weil er es nicht geschafft hat, an frühere Microsoft-Erfolge anzuknüpfen. Sein Nachfolger wird das nur dann schaffen, wenn er den Kunden gute Produkte zu einem vernünftigen Preis anbieten kann. Doch mittlerweile haben die Konkurrenten Apple und Google den mobilen Markt weitgehend unter sich aufgeteilt. Wo soll da noch Platz sein für Microsoft?