Bamberg
Angezockt

State of decay: Heißhunger auf Hirn

Das Survival-Spiel "state of decay" ist ein Geheimtipp für alle Zombiefans.
In dieser Szene haben wir "Doc Hanson" gerade so vor einem grausigen Schicksal bewahrt.  Fotos: state of decay
In dieser Szene haben wir "Doc Hanson" gerade so vor einem grausigen Schicksal bewahrt. Fotos: state of decay
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Stellt euch vor, ihr wohnt im Süden der USA, in einer Stadt in einem kleinen, abgeschiedenen Tal. Ihr steht morgens auf, seht die weiten Weizenfelder, die Farmen und Windräder und hört die Vögel in den Bäumen zwitschern. Dann werft ihr einen Blick über den Gartenzaun und seht eure Nachbarn. Sie hängen aber nicht etwa die Wäsche raus, sondern sie schleifen ihre Axt und laden ihre Schrotflinte nach. Willkommen in "state of decay".

Das Schleifen und Nachladen ist durchaus notwendig, denn Zombies haben das Tal überrannt. Eine mysteriöse Krankheit rafft die Menschen dahin und lässt sie als wandelnde Untote wiederauferstehen. Du bist Marcus, ein junger Mann, der gerade mit seinem Freund Ed von einem Angelausflug zurückkehrt. Während auf dem Wasser noch alles friedlich war, hat sich an Land so einiges getan.

Die beiden schnappen sich also erst einmal Äste und Bretter und geben den attackierenden Zombies eins auf die modrige Mütze. Das Ziel des Spieles ist in erster Linie zu überleben. Dabei gilt es nicht nur, sich gegen die Untoten zur Wehr zu setzen, sondern auch Medikamente, Nahrungsmittel, Benzin und Baumaterial aufzutreiben.
Mit letzterem könnt ihr euren Unterschlupf sukzessive erweitern. Eine Krankenstation sorgt etwa dafür, dass eure Gruppenmitglieder mehr Lebensenergie haben, ein Fitnessbereich lässt die Ausdauer steigen. Wenn ihr auf eurem Weg durch die schön gestaltete Landschaft anderen Überlebenden helft, kann es sein, dass sie sich euch anschließen.

Das Schöne an state of decay ist, dass das Spiel nicht zur stupiden Zombiehatz verkommt. Im Gegenteil: In den meisten Fällen ist es sogar sinnvoll, sich an den Untoten vorbeizuschleichen und leise vorzugehen. Wer etwa in verlassenen Häusern auf der Suche nach Nahrung oder Munition zu viel Lärm macht, lockt zahlreiche Gegner an, gegen die man dann kaum eine Chance hat.

Sollte der Spieler doch einmal eine Horde alarmiert haben, steigt der Puls rasant. Der Grund: permadeath. Das heißt, wenn die Spielfigur von Zombies zerfleischt worden ist, dann ist sie dahin. Endgültig. Spielstand laden? Nicht in state of decay. Ihr dürft dann allerdings als anderes Gruppenmitglied weiterspielen.

Das ist mitunter ärgerlich. Denn: Die unterschiedlichen Charaktere haben auch unterschiedliche Fertigkeiten, die ihr im Laufe des Spiels verbessern könnt. Je öfter ihr einen bestimmten Charakter spielt, desto schneller steigen dessen Fähigkeiten, etwa die Ausdauer. Wird eure Sportskanone also gefressen, kann es sein, dass ihr mit dem Kettenraucher weiterspielen müsst, der nach 50 Metern mit seiner Puste schon am Ende ist.

Doch gerade dieses Prinzip macht state of decay unheimlich atmosphärisch. Das gleicht auch die Schwächen weitgehend aus. Hierzu zählt beispielsweise die Grafik. Während die Landschaft den Designern recht gut gelungen ist, sehen die Ingame-Menüs pixelig aus; die Bewegungen der Figuren wirken teils hölzern (nicht nur die der Zombies).

Insgesamt ist state of decay aber ein spannendes Survival-Spiel, das nicht die Zombie-Jagd, sondern das Überleben in der mit Untoten bevölkerten Welt in den Vordergrund stellt. Ein Tipp zum Schluss: Haltet außerhalb des Unterschlupfs auch immer eure Axt und eure Flinte bereit - dann klappt's auch mit den Nachbarn.