Bamberg
Mein Wagner-Jahr

"Ständig nur Wagner und wieder Wagner"

Nach beeindruckenden Wagner-Abenden im Opernhaus Nürnberg und bei den Bamberger Symphonikern ist erstmal Durchatmen angesagt.
Beim Applaus nach dem 2. Akt "Götterdämmerung" von links Dirigent Jonathan Nott, Brünnhilde Petra Lang und Siegfried Christian Voigt. Foto: Peter Eberts
Beim Applaus nach dem 2. Akt "Götterdämmerung" von links Dirigent Jonathan Nott, Brünnhilde Petra Lang und Siegfried Christian Voigt. Foto: Peter Eberts
Just am Sonntag schrieb mir ein freundlicher Leser aus Kulmbach: "Kann mir gut vorstellen, wie Ihnen der Kopf schwirrt, wenn man ständig nur Wagner und wieder Wagner sich reinziehen muss - oder in Ihrem Fall - darf." Stimmt auffallend. Oder, um mit Brünnhilde im 3. Akt "Siegfried" zu sprechen: "Mir schwirren die Sinne, - mein Wissen schweigt: soll mir die Weisheit schwinden?"

Was nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, dass ich am Freitag in der Wiederaufnahmepremiere vom "Fliegenden Holländer" in Nürnberg war (mit der hinreißenden Ekaterina Godovanets als Senta), am Samstag beim Bamberger Symposium "Wagner und kein Ende" (mit überraschenden Referaten, auf die ich noch zurückkommen werde) und am Sonntag in allen drei Akten der "Götterdämmerung" bei den Bamberger Symphonikern (mit unerwarteten Hörerfahrungen und dem grandiosen Brünnhilden-Debüt von Petra Lang).

Heute lasse ich zwar die um 16 Uhr angesetzte DVD-Vorführung der "Walküre" in der VHS sausen, weil ich diese Festspiel-Inszenierung von 2006 bis 2010 insgesamt fünf Mal gesehen habe. Aber das anschließende, um 20.30 Uhr beginnende Gespräch zwischen Regisseur und Dramatiker Tankred Dorst und dem Bamberger Romanistik-Professor und Libretto-Spezialisten Albert Gier werde ich mir vermutlich nicht entgehen lassen. Auch wenn ich altes Wagner-Schlachtross aktuell ein bisschen müde bin, nach soviel Erlösung und Untergang.

Die geneigten Leser seien, weil ich ja in Sachen Wagner keineswegs untätig war, auf die beiden Aufführungskritiken verwiesen, die für alle Nicht-Abonnenten etwas kosten. Dürfen sie aber auch. Denn Qualitätsjournalismus umsonst sollte eigentlich die Ausnahme und nicht die Regel sein. Apropos: Die Qualität dieses Blogs besteht unter anderem darin, dass ich trotz des täglichen Wagner-Schwerpunktes heute beispielsweise nicht vergesse, dass am 5. Februar 1887 Giuseppe Verdis "Otello" uraufgeführt wurde. Esultate! Evviva Verdi!