Bamberg
Katzenfernsehen

Sissi sieht fern auf ihrer Dachterrasse

Sissi langweilt sich bei dem grauen Wetter und sucht verzweifelt nach einer Beschäftigung. Endlich kommt sie auf die Idee, eine Tiersendung fernzusehen und sich dazu auf ihre Dachterrasse zu setzen. Da hat Sissi einiges zu sehen!
Foto: Isabella Gröger
Foto: Isabella Gröger
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So öde, dass ich gähnen muss! Oh, wie langweilig! So ein Trauerwetter! Also das wird ja gar nicht einmal richtig hell heute! Was mach ich da bloß? Immer nur den ollen Cherry ärgern macht auf Dauer auch keinen Spaß, obwohl ich das schon gern tue. Ist doch immer eine Freude, wie der dann abgeht, grins, grins. Der merkt oft gar nicht, dass ich ihn eigentlich veräppele. Naja, was will man von einem Mann - äh Kater - schon viel erwarten. Ist halt genau wie im richtigen Leben!

Also, ich muss mal überlegen. Was treibe ich heute? Draußen Regen und auch kalt... Erst einmal durch die Wohnung streifen und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Ja, ist es natürlich. Hier und da könnte eventuell besser geputzt werden. Aber Cherry und ich bringen schon Schmutz rein. Naja, Frauchen regelt das schon wie immer und dann blitzt alles wieder sauber. Cherry liegt auf dem Sofa und döst vor sich hin. Vorher war er bei Herrchen und hat sich eingeschleimt mit seinem Mau, Mau und Gurr. Gut, er ist zwar gestreichelt worden, darauf hab ich jetzt aber keine Lust.

Oh da fällt mir ein: Ich könnte mir eine Tiersendung anschauen. Ja, Sissi, das ist eine gute Idee. Also rauf auf meine Dachterrasse, manche nennen es auch Kratzbaum. Aber unserer ist besonders hübsch, eben wirklich ein Haus! Es hat ein Parterre, einen ersten Stock mit Balkon, zwei Erker und eben die Dachterrasse. Also auf der Terrasse bin ich ganz nah an meinem Fernseher. Frauchen sagt Aquarium dazu, aber das ist mir zu hochgestochen. Es sind zwar immer die gleichen Schauspieler, aber immer spielen sie etwas Neues. Es sind drei rote, vier kupferfarbene, drei glänzende grau-rötliche und viele dunkle mit langen Barthaaren.

Vor einiger Zeit dachte ich ja, dass man die fangen kann und habs auch probiert. Leider hätte ich mir fast mein kleines Pfötchen verstaucht als ich blitzschnell zuschlagen wollte. Blöd von mir, hab nicht mehr an das Glas gedacht und dass ich da nicht ran komme. Aber im Eifer des Gefechts passiert so etwas halt. Ich war nämlich ganz durcheinander. Gut, ein zweites Mal passiert so was natürlich nicht. Also beschränke ich mich aufs zuschauen. Interessant wie die da drinnen rumflitzen, sich gegenseitig auch jagen. Genau wie bei Cherry und mir. Sie verstecken sich in den Pflanzen und andere küssen mit großen Mäulern die Scheibe. Spinnen die? Das macht man doch nur wenn man verliebt ist! Außerdem küsst man doch nicht eine Glasscheibe, hallo?! Wieder andere wühlen in den kleinen Steinchen am Boden.

Es ist immer was los. Das schöne daran ist, dass ich es ganz bequem dabei habe. Und wenn es mir zu viel wird, mach ich es wie Cherry: Mich aufs Sofa legen und von etwas Schönem träumen.

Miau,
eure Sissi