Schweinfurt
Got To Dance

Schweinfurter DDC greift nach der Tanz-Krone

Am Freitag können fünf Jungs aus Schweinfurt, die mit Begeisterung Breakdance machen, mal eben um 100.000 Euro reicher werden. Die "Dancefloor Destruction Crew" steht im Finale der Talentshow "Got to Dance". Wir haben mit den amtierenden Breakdance-Weltmeistern gesprochen.
Als Pfadfinder ist die Dancefloor Destruction Crew aus Schweinfurt ins Finale von "Got to Dance" eingezogen. Foto: ProSieben/Sat.1/Willi Weber
Als Pfadfinder ist die Dancefloor Destruction Crew aus Schweinfurt ins Finale von "Got to Dance" eingezogen. Foto: ProSieben/Sat.1/Willi Weber
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Sie sind amtierender Weltmeister im Breakdance und können nun auch noch den Titel "Deutschlands bester Dance-Act" einheimsen: Die Dancefloor Destruction Crew (DDC) aus Schweinfurt steht am Freitag um 20.15 Uhr auf Sat.1 im Finale der Tanz-Talentshow "Got to Dance".

Es ist nicht der erste Ausflug der 20- bis 30-Jährigen in die große, bunte Casting-Welt: Bereits 2010 sind die fünf Franken bei der RTL-Show "Das Supertalent" angetreten und dort im Halbfinale ausgeschieden. Doch nicht nur, weil sie es nun ins Finale geschafft haben, kann man die beiden Shows in den Augen der Jungs nicht vergleichen. "Hier bringt jeder Kandidat einfach ein wahnsinnig hohes Niveau mit. Beim Supertalent gibt's eben auch Kandidaten, die der Quote wegen dabei sind. Bei Got to Dance dagegen sind alle Kandidaten wirklich gut", erklärt Alexander Pollner von der DDC.

Eigentlich ist das auch kein Wunder, denn im Gegensatz zu sonstigen Castingshows war die Kandidatenauswahl bei "Got to Dance" kein Zufallsprodukt, das bei offenen Castings entstanden ist. Stattdessen wurden vorab Talentscouts eingesetzt, die gezielt online nach möglichen Kandidaten verschiedenster Tanz-Stile gesucht haben. "Da wurden wir dann angeschrieben und zum Vorcasting eingeladen", erzählt Pollner. "Und das hat uns auch sehr gefreut! Wir haben gedacht, endlich mal eine Show, in der's nur ums Tanzen geht."

"Krasser Scheiß"

Im Vorcasting haben die Franken dann offenbar bleibenden Eindruck bei der Produktionsfirma hinterlassen: "krasser Scheiß" soll eines der Urteile gelautet haben. Auch beim "richtigen" Casting vor der Jury, bestehend aus der Choreografin Nikeata Thompson, Take That-Sänger Howard Donald und der Rhythmische Sportgymnastik-Meisterin Palina Rojinski konnte die DDC überzeugen. Leider bekam der Fernsehzuschauer davon nur wenig bis nichts mit: Der Auftritt wurde auf wenige Sekunden zusammen gekürzt.

Für die DDC war das natürlich enttäuschend, schließlich hatten sie sich auf ihren Auftritt gefreut. Andererseits - man muss es ja positiv sehen - konnten sie vielleicht so die Zuschauer im Halbfinale noch ein bisschen mehr überraschen. Immerhin entschieden ja die Zuschauer per Telefonvoting über den Einzug ins Finale.

Nachdem am vergangenen Freitag feststand, dass die DDC den Sprung ins Finale geschafft hat, begann für die fünf Breakdancer auch fast sofort die Vorbereitung für's Finale. "Wir haben uns direkt nach dem Halbfinale hingesetzt und und gleich die Musik ausgesucht und mit dem Training begonnen", erzählt Pollner. "Am Samstag hatten wir dann einen Auftritt in Rust, am Sonntag ging's heim nach Schweinfurt, dort haben wir dann noch bis 23 Uhr trainiert, seit Dienstag sind wir jetzt wieder in Köln und machen nichts außer schlafen und trainieren." Noch klappt nicht alles so, wie sie sich das vorstellen, gibt der 20-Jährige zu. Aber bis zum Finale am Freitag Abend kriegen die fünf das schon noch hin, sind sie überzeugt.

Andere Herangehensweise

Als amtierende Weltmeister im Breakdance sind die DDC'ler ja auch grundsätzlich an Wettbewerbe und Wettkampf-Situationen gewöhnt. Dennoch gehen sie bei "Got to Dance" anders an die Sache heran, schließlich müssen sie sich hier nicht nur mit anderen Breakdancern, sondern auch mit Steppern oder Standardtänzern messen. Und das macht einen großen Unterschied: "Natürlich werden wir versuchen, uns auf unsere Gegner einzustellen. Die Entscheidung liegt bei den Zuschauern, da geht es mehr darum, den Geschmack der Leute zu treffen und die Zuschauer zu unterhalten, als um technisch besonders anspruchsvolle oder perfekte Bewegungen", sagt Pollner.

Selbstverständlich werde die DDC trotzdem auf eine technisch saubere Performance achten. Allerdings gibt es, wie Pollner erklärt, im Breakdance ein paar Bewegungen, die wahnsinnig schwer sind, beim Zuschauer aber wesentlich weniger Eindruck hinterlassen als andere, leichtere. Vor dem Hintergrund, dass die Zuschauer aber über den Sieg in der Show entscheiden werden, haben die DDC-Jungs bei ihrer neuen Choreografie darauf geachtet, auch ein paar zusätzliche Bewegungen der Sorte "nicht so schwer, aber beeindruckt die Zuschauer" ins Programm zu nehmen.

Dass die Schweinfurter bisher schon ordentlich Eindruck beim Publikum gemacht haben, zeigt sich auch im Internet: Geht es nach der Anzahl der Fans bei Facebook, hätten die Franken den Titel und damit auch die 100.000 Euro Preisgeld schon gewonnen: Mit über 7400 "Gefällt mir"-Angaben bei Facebook liegt die Dancefloor Destruction Crew mit weitem Abstand auf Platz 1. Doch ans Gewinnen denken die fünf zumindest vorerst noch nicht: Am Donnerstag wollen sie sich zunächst das zweite Halbfinale gemeinsam anschauen und mit ihren Konkurrenten mitfiebern.

Welche Konkurrenz?

Konkurrenten - ein Wort, das in den Augen der DDC übrigens an der Wirklichkeit ein bisschen vorbei geht. Noch nicht einmal mit dem Team Recycled, die im Halbfinale der direkte Gegner der DDC war, sei Konkurrenzkampf entstanden, versichert Pollner. "Wir haben uns alle gut verstanden und sind auch nach der Show gemeinsam feiern gegangen. Die haben sich für uns gefreut, und wir hätten uns natürlich ebenso für sie gefreut."

Für Freitag Abend haben sich Alex Pollner, Marcel Geißler, Gregory Strischiwsky, Jannis Rupprecht und Daniel Barthelmes jedenfalls nur eines vorgenommen: rausgehen, tanzen, Spaß haben und dem Publikum zeigen, wie sehr die Dancefloor Destruction Crew das Studio in Schutt und Asche legen kann. Wenn dabei der Sieg rausspringt, umso besser. In diesem Fall würden die fünf Jungs erst einmal gemeinsam Urlaub machen. Und falls nicht, werden sie trotzdem feiern und sich für den Sieger freuen. Allerdings nicht zu lange: Bereits am Samstag müssen die Jungs bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises in München auftreten.