Bamberg
PC & Notebook

Ganz schön teuer ...

Dass für Apple-Produkte ein paar Scheinchen mehr über den Ladentisch wandern müssen, kennen wir ja. Aber auch Microsoft hat richtig teure Produkte im Angebot – nun auch einen All-in-One-PC. Und Apple präsentierte ein neues Macbook Pro.
Surface Studio
Äußerst schicker All-in-One-PC: Das Surface Studio. Bild: Microsoft
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Als Microsoft die ersten Geräte der Surface-Reihe vorstellte, gab es Diskussionen darüber, warum der Software-Entwickler nun plötzlich auch Hardware baut. Microsoft begründete diesen Schritt damit, man wolle den Kunden, in diesem Fall die PC- und Notebook-Bauer wie HP, Dell, Lenovo und vielen anderen, die Möglichkeiten des aktuellen Windows-Betriebssystems zeigen und sie animieren, selbst nicht mehr nur Standard-Geräte, sondern „Besonderheiten“ zu bauen. Mit dem Surface hat das gut funktioniert, mittlerweile gibt es vergleichbare Geräte auch von vielen anderen Herstellern.

Nun möchte Microsoft diesen Trend erweitern – und hat am Mittwochabend erstmals einen eigenen All-in-One-PC vorgestellt, das Surface Studio. Vergleiche zum bisherigen Platzhirsch, dem iMac von Apple, ließen sich da nicht vermeiden, vor allem, weil Microsoft nicht die Privatkunden, sondern insbesondere Grafiker und Programmierer auf dem Schirm hat. Ob die wechseln, steht natürlich erstmal in den Sternen, sind sie doch oftmals Apple-Kunden. Zwar ist die technische Ausstattung gut, aber nicht atemberaubend, dafür setzt Microsoft einmal mehr auf das Thema Design. Ohne Frage: Einen schickeren All-in-One-PC gibt es bisher nicht. Der Bildschirm ist der dünnste auf dem Markt, die gesamte Technik sitzt in einem Block unterhalb, Anschlüsse sind ebenfalls vorhanden – unter anderem vier USB-3.0-Ports, Speicherkartenleser und ein Mini-Display-Port. Mit Preisen ab 2.999 US-Dollar (Euro-Preise sind noch nicht bekannt) wird’s aber ganz schön teuer, das Spitzenmodell kostet gar 4.199 US-Dollar. Die gesamten Preise und näheren Spezifikationen hat Microsoft auf einer Seite zusammengestellt.

Neue Macbooks mit Touch-Leiste
Nach mehreren Jahren Pause hat einen Tag später Apple neue Macbook Pros vorgestellt. Das Notebook richtet sich insbesondere an Nutzer, die auch unterwegs viel Rechenpower brauchen. Besonders sticht hier das schmale Gehäuse hervor, das bisherige dünne Macbook Air wird damit fast obsolet. Neu ist ein kleines zweites Display, die so genannte „Touch Bar“. Integriert oberhalb der Tastatur statt festgelegter Funktionstasten können hier, je nach aktivem Programm, verschiedene Inhalte dargestellt werden. In der Präsentation zeigte so Microsoft (!) die Möglichkeiten der Touch-Leiste mit seinem Schreibprogramm Word. Peripherie-Geräte werden ausschließlich per Thunderbolt (USB-C) angeschlossen, auch das Aufladen des Macbooks erfolgt hier. Technisch schade: Verbaut werden nicht die neuesten Intel-Prozessoren, sondern der Vorgänger. Aber auch bei Microsofts All-in-One-PC Studio ist das der Fall.

Der Einstiegspreis für das günstigste Modell mit 13-Zoll-Display beträgt 1.699 Euro, bei ihm fehlt aber die Touch Bar. Mit der neuen Leiste kostet das kleine Macbook Pro schon 1.999 Euro, die 15-Zoll-Variante ist ab 2.199 Euro erhältlich. In rund einem Monat sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden.

Der Technik-Michel meint:
Im Gegensatz zu den Produkten von Microsoft setzt Apple weiterhin auf eine strikte Trennung von Geräten mit und ohne Touchscreen. Während sich sämtliche Surface-Produkte von Microsoft mit Windows 10 auch per Touch oder mit einem Bedienstift steuern lassen, bleiben bei Apple die Macbooks und iMacs außen vor. Ob sich das mit der nächsten iMac-Generation als Reaktion auf das Surface Studio ändert, ist bisher nicht bekannt. Dagegen spricht, dass das Apple-Desktop-Betriebssystem MacOS nicht für die Touchbedienung ausgelegt ist.

Für wen eigenen sich die neuen Geräte? Das Surface Studio dürfte eher ein klassisches Gerät für repräsentative Bereiche oder für Grafiker sein, die doch nicht auf Apple setzen möchten. Wie schon dargelegt verfolgt Microsoft das Ziel, andere Hersteller zum Bau solcher Produkte zu animieren, auch in der oberen Preisklasse. Und die neuen Macbook Pros von Apple werden sich besonders bei denjenigen hoher Beliebtheit erfreuen, die bisher ein altes Macbook Pro einsetzen, immerhin wurde die Serie schon seit etwa vier Jahren nicht mehr runderneuert. In der Welt der Technik eine halbe Ewigkeit.