Würzburg
Kommentar

Kirche und Staat: Amigos oder altes Ehepaar?

Das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland zu bestimmen, daran scheiden sich die Geister. Fest steht nur: die Beziehung ist eng. Ein Kommentar von Benedikt Borst.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kanzlerin Angela Merkel und Papst Benedikt XVI bei einem Treffen 2006 in München. Foto: Archiv/dpa
Kanzlerin Angela Merkel und Papst Benedikt XVI bei einem Treffen 2006 in München. Foto: Archiv/dpa
Ja was sind sie denn jetzt, Staat und Kirche? Auf die einen wirken sie wie ein geschiedenes Ehepaar, das sich braucht.Sie teilen sich weiterhin ihre Wohnung, weil das für sie bequemer ist. Der eine pflegt die kranke Oma, der andere sorgt dafür, dass genügend Geld nach Hause kommt. Ansonsten haben sie im Laufe der Jahre gelernt, miteinander auszukommen.

Oder es gibt das Stammtischgepolter: "Warum soll ich dem Bischof seinen Mercedes bezahlen?" Das freundschaftliche Verhältnis werde zur Amigo-Affäre, in der Staat und Kirche sich gegenseitig Posten und Geld zuschustern. Und wer werde geschröpft? Der deutsche Michel.

Egal, ob man als Christ der Meinung ist, dass die Kooperation notwendig ist, weil die ganze Gesellschaft profitiert, oder ob man als Atheist denkt, dass das nur ein Machtspiel ist und es der Kirche einzig um den Erhalt des Status quo geht. Richtig ist wohl beides. Leider geraten bei den Argumenten die aus dem Blick, die außen stehen: Was ist denn mit dem Moslem, der seine Kinder in einen islamkundlichen Reli-Unterricht schicken will? Da ist der Staat gefordert. Er muss entscheiden, welche Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft er wann und wo als Partner will: gleich ob Christ, Humanist oder Moslem. Er darf sich nur nicht drücken.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren