Bamberg
Flüchtlinge

In Kontakt mit der Familie bleiben

Das Thema Flüchtlinge in einem Technikblog? Ja klar, denn aktuell gibt es zwei wirklich interessante Themen, die ich gerne aufgreife: Warum haben Flüchtlinge eigentlich Smartphones? Und warum werden neuerdings Apps für Flüchtlinge entwickelt?
HelpHelp2
Die App HelpHelp² verrät, wo aktuell Spendenbedarf besteht und was benötigt wird.
Flüchtlinge mit einem Smartphone am Ohr, fleißiges Tippen in WhatsApp. Solche Bilder sorgen gerne für Verwunderung. Denn ein Smartphone gilt in Deutschland als Luxusartikel, als teures technisches Gerät. Für die Kommunikation mit der oft zu Hause gebliebenen Familie sind sie aber unersetzlich. Denn kommuniziert wird heute größtenteils nicht mehr über das klassische (und teure) Telefonat, sondern über das Datennetz. Anrufe erfolgen dann etwa per Skype oder WhatsApp – und viele Flüchtlinge nutzen kostenfreie WLAN-Hotspots. Außerdem gibt es Datentarife mit Prepaidkarten günstig zu kaufen, ob an Bahnhöfen oder in Elektronikmärkten. Daher bringen die meisten Flüchtlinge ihr Smartphone auch bereits mit. Die Handyhersteller haben das längst erkannt und sind in den Wachstumsmärkten, ob im Nahen Osten oder auch in Afrika, vermehrt präsent.

Apps für Flüchtlinge – zur gegenseitigen Verständigung
Darüber hinaus haben Flüchtlinge auch einen Bedarf an Apps. Viele Entwickler programmieren solche ehrenamtlich – sie heißen Speakfree, RefuChat oder Helphelp2. Eine Gruppe aus Programmieren möchte die bislang agierenden Einzelkämpfer nun zusammenführen. Sie haben dazu in München die Gruppe Nerds4Refugees gegründet – und diskutieren darüber, welche Apps für die Zukunft Sinn machen. Angedacht sind Sprachlernprogramme oder Apps, die Kommunikation auch dann erlauben, wenn Sprachbarrieren im Weg stehen. Schon umgesetzt wurde eine App, die Menschen im Umkreis zeigt, die die gleiche installiert haben – und so auf der Flucht oder auch im Ankunftsland die Menschen (wieder) zusammenbringt. Oder Spenden-Apps.

Der Technik-Michel meint:
Ob Apps oder Smartphones an sich: Gerade jetzt in der Flüchtlingskrise zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Smartphones heute geworden sind. In anderen Ländern ersetzten sie meist vollständig den Computer – sind Zugang zur Bank, zu Nachrichten, aber auch zu Freunden und zur Familie. Und damit unverzichtbar.
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