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Goat Simulator - die Ziege des Bösen

Ihr wolltet schon immer eine Ziege sein und einmal in vollem Galopp mit den Hörnern voraus irgendjemanden umrennen? Unwahrscheinlich. Mit dem Goat-Simulator, einem der wohl sinnfreisten Videospiele überhaupt, habt ihr trotzdem die Möglichkeit dazu.
Einst war das hier ein kleiner Laden - bevor die Ziege durch die Tür kam.   Screenshots: Goat Simulator
Einst war das hier ein kleiner Laden - bevor die Ziege durch die Tür kam. Screenshots: Goat Simulator
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Was eine Ziege alles kann: Sie lässt mit ihren Hörnern Tankstellen und Autos explodieren, springt meterhoch auf dem Trampolin durch die Luft und lässt ihren Körper im Windkanal hin und her schleudern. So eine Ziege kennt ihr nicht? Dann habt ihr vermutlich noch nie den "Goat-Simulator" gespielt. Der Titel kann als eine Art Parodie auf die unzähligen Simulator-Spiele gewertet werden: Während man sich bei den "normalen" Spielen meist über die katastrophale Physik-Engine ärgert, baut das Ziegen-Inferno praktisch darauf auf.

Die Steuerung beschränkt sich auf laufen, rennen, rammen und hüpfen. Das genügt jedoch, um in der Kleinstadt, in der das Ganze spielt, ordentlich Unheil anzurichten. Der Nachbar hat schlecht geparkt? Mit einem Hörner-Stoß ist das Auto pulverisiert. Die Demonstranten nerven? Im Galopp sprengen wir die Veranstaltung. Zur Abkühlung lassen wir unsere Ziege im Anschluss über die Wasserrutsche in den Pool gleiten. Das blanke Chaos.

Ein Spiel wie eine Wahnfantasie. Während eben das in den ersten 30 Minuten unheimlich witzig und fesselnd ist, lässt die Motivation später schlagartig nach. Die Karte ist überschaubar, richtige Aufgaben gibt es nicht. Lediglich einige Herausforderungen ("Lasse zehn Autos explodieren") und das Punktesammeln erwarten den Spieler. Der Unfug ist hier Hauptsache. Doch wenn man die Ziege zum dritten Mal vom Lkw überfahren und sie hundert Meter durch die Luft segeln lässt, ist auch das nicht mehr lustig.

Trotz allem hat sich der Goat-Simulator in den ersten Wochen bei Steam verkauft wie warme Semmeln. Das Skurrile hat eben seinen Reiz - doch für zehn Euro bietet das Spiel einfach zu wenig. Wer denkt, nach dem Goat-Simulator geht es nicht verrückter, der hat sich getäuscht. Inzwischen haben etliche Entwickler das Konzept kopiert und überbieten sich gegenseitig an Sinnlosigkeit. So gibt es inzwischen zum Beispiel den "Rock-Simulator". Hier kann man sich einen Stein von verschiedenen Seiten auf unterschiedlichen Untergründen ansehen. Finanziert wurde das Ganze per Crowdfunding. Vorteil dieses Titels: er soll kostenlos erhältlich sein.