Bamberg
Angezockt

Gaming-Tipp: Watchdogs - Futter für die Paranoia

Watchdogs ist ein Spiel, in dem es um Hacker und (Cyber-)Kriminelle geht, die sich in den Untiefen des Internets tummeln. Dabei beeindruckt der Titel vor allem durch eine überraschend realistische Prämisse.
Bumm - mit dem Granatenwerfer kann man's bei Watchdogs so richtig krachen lassen.  Screenshots: Watchdogs
Bumm - mit dem Granatenwerfer kann man's bei Watchdogs so richtig krachen lassen. Screenshots: Watchdogs
+7 Bilder
">
Google weiß alles, die NSA sowieso - und was die beiden nicht wissen, lässt sich sicher auf Facebook erfahren. Die Menschen bei uns sind rund um die Uhr online und erreichbar, auch für Leute und Organisationen, für die sie vielleicht gar nicht erreichbar sein möchten. Gedanken machen sich darüber offenbar nur die wenigsten. Der "gläserne Bürger" ist ein oft gebrauchtes Schlagwort, doch was genau sich dahinter verbirgt, ist kaum jemandem bewusst.

Diese Realität macht sich Ubisofts "Watchdogs" zu Eigen und spitzt das Ganze noch zu. Die Handlung spielt im Chicago der nahen Zukunft. Die gesamte Stadt ist über das "Citizen-Operating-System", kurz: ctOS, vernetzt. Das ctOS ist das Betriebssystem der Metropole, mit dem Fernsehsender, Ampeln, Smartphones, das Stromnetz und vieles mehr funktionieren, gesteuert und - darauf kommt es an - kontrolliert werden. Ein Fest für Hacker und Cyberkriminelle.

Der Spieler verkörpert Aiden Pearce, einen Typen mit Baseball-Kappe, Mantel, Smartphone und Wumme, über den zu Beginn nicht mehr bekannt ist, als das er ziemlich kaputt ist, sich gut beim Hacken macht und sich auf einem moralisch zumindest fragwürdigen Rachefeldzug befindet. Er hat sich offenbar mit bösen Wichten eingelassen, die ihn - für was auch immer - zur Strecke bringen wollen. Bei dem Versuch ihn aus dem Weg zu räumen, töten diese Fieslinge allerdings Pearces Nichte.

Die Story beginnt, als Pearce den Mörder stellt. Doch das ist ihm noch nicht genug - er will die Drahtzieher ausfindig machen und verstrickt sich dabei in ein Spiel um Macht, Korruption und Verbrechen. Dabei sorgen die starken Charaktere immer wieder für spannende Wendungen. Zahlreiche Nebenmissionen halten den Spieler auch abseits der Geschichte bei Laune.

Dank seiner Hacker-Fähigkeiten kann sich Pearce in das ctOS einklinken und so Ampeln, Leitungen und andere chipgesteuerte Anlagen manipulieren. Damit hängt er Verfolger ab - etwa in der er Verkehrspoller hochfahren lässt - oder kommt an Orte, die sonst unzugänglich wären. Auch Geldnot ist für Pearce kein Thema - über die Smartphones der Einwohner greift er auf deren Konten zu, räumt sie virtuell leer und lässt sich die Kohle einfach am nächsten Geldautomaten auszahlen.

Watchdogs ist ein Open-World-Titel im Stile von Grand Theft Auto. Das Besondere an dem Spiel ist aber, dass sich die Story nicht auf vermeintlich satirische Zitate beschränkt, wie etwa bei GTA. Vielmehr regt die Geschichte zum Nachdenken an und führt, wenn auch nur am Rande, vor Augen, wo das Computerzeitalter hinführen kann. Denn zumindest theoretisch ist es möglich, alles was chipgesteuert ist, zu hacken und damit zu manipulieren. Ein Gedanke, mit dem man sich öfter einmal befassen sollte...
Verwandte Artikel