Bamberg
Partei in Franken

Fettnäpfchen und Wahlkrämpfe in der Politik

Manchmal gleicht das Politiker-Dasein einem Hindernislauf. Überall lauern Fettnäpfchen und Skandale. Ausweichen ist gar nicht so einfach ...
Geht schneller als mancher Politiker denkt: Ins sprichwörtliche Fettnäpfchen treten.  Foto: Thomas Heuchling
Geht schneller als mancher Politiker denkt: Ins sprichwörtliche Fettnäpfchen treten. Foto: Thomas Heuchling
Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen und natürlich liebe Leserinnen und Leser,

als Mitglied und Teil der Doppelspitze unserer Partei in Franken (PIF) darf man keine Anredeform und auch die geschlechtsspezifische Anrede nicht vergessen. Zu schnell tritt man ja als Politiker in ein Fettnäpfchen, aus dem einen die anderen Parteien schnell den sprichwörtlichen Strick drehen. Ein falsches Wort oder eine ungenaue Formulierung und schon ist der nächste Skandal da oder der Ruf ruiniert.

Es vergeht kaum eine Woche, in der einem Politiker nicht ein verbaler Fauxpas passiert. Besonders oft hat es in den vergangenen Monaten SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vorgemacht. Er hielt das Kanzler-Gehalt für zu niedrig oder bezeichnete die italienischen Spitzenpolitiker Beppe Grillo und Silvio Berlusconi als "Clowns".

Sich mit zwei Maß Bier noch ans Steuer zu setzen sei vertretbar, so die Meinung vom ehemaligen bayerischen Kurzzeit-Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU). Was ebenfalls für allerhand Gesprächsstoff sorgte. Auch sein Parteikollege und ehemaliger bayerischer Langzeit-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat die politische Welt mit einigen Klassikern des verbalen Nonsens erheitert. Legendär ist sein Satz: "Ich weiß, wie es ist, Mutter von drei Kindern zu sein." Heuer müssen die bayerischen Spitzenpolitiker auch aufpassen mit welchem Fußballmanager sie, wie eng befreundet sind und sich in der Öffentlichkeit zeigen.

Aber auch außerhalb Bayerns ist in Sachen Fettnäpfchen einiges los. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) rutscht eher selten etwas Unüberlegtes heraus. Dennoch begrüßte sie 2008 auf einem CDU-Parteitag den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch mit: "Mein lieber Roland Kotz... äh Koch." Ein freudscher Versprecher?

Wir dürfen gespannt sein, mit welchen halsbrecherischen Äußerungen und Ausrutschern sich die Politiker im Bundestags- und Landtagswahlkampf bis zum September in Fettnäpfchen-Position bringen.

Apropos Fettnäpfchen, wenn man als angehender Politiker schon in eines tritt, dann sollte man wenigstens wissen, woher die Redewendung "ins Fettnäpfchen treten" kommt. Sie geht zurück ins 19. Jahrhundert und hat ihren Ursprung in der bäuerlichen Lebenswelt. Bei den Bauern war es Sitte auf den Fußboden, unter Schinken und Würsten, die an der Decke zum Räuchern oder Trocknen hingen, einen Napf aufzustellen. Herunter tropfendes Fett sollte aufgefangen werden. Es bestand die Gefahr in diesen Napf hineinzutreten und somit die Hausfrau zu verärgern.

Oh ha, bei dieser Erklärung waren gleich zwei Fettnäpfchen dabei: Bauer heißt Landwirt und Hausfrauen ... darf man das in Zeiten von Sexismus-Debatten eigentlich noch sagen?
In diesem Sinne: "Wünsche ich uns allen einen spannenden und abwechslungsreichen Wahlkrampf ... äh Wahlkampf."

Hinterlassen Sie doch einfach ihre Lieblingssprüche von Politikern in der Kommentarliste. Vielleicht bewahrt das unsere Parteimitglieder vor dem ein oder anderen Fettnäpfchen.