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Verlust

Farmville fährt Missernten ein

Nach dem milliardenschweren Börsengang im Dezember 2011 scheinen für den Online-Spiele-Entwickler Zynga jetzt härtere Zeiten anzubrechen.
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Das Säen und Ernten auf Farmville wird für immer mehr Spieler unattraktiv. Foto: Matthias Hoch/Archiv
Das Säen und Ernten auf Farmville wird für immer mehr Spieler unattraktiv. Foto: Matthias Hoch/Archiv
Säen, Ernten, Düngen - auf der eigenen Farm und bei Nachbarn. Mit dieser Idee war der amerikanische Spiele-Entwickler Zyngaziemlich erfolgreich und brachte es Ende des Jahres 2011 auf einen Marktwert von 8,9 Milliarden Dollar. Das scheint vorbei zu sein. Denn offenbar finden immer weniger Menschen Gefallen daran, Stunden vor dem Bildschirm zu verbringen und virtuelle Güter einzukaufen.

Sind die Spiele übersättigt?

Nun kann man den Machern sicher nicht einen Mangel an Ideen vorwerfen. Denn zumindest bei Farmville wurden die Spieler immer wieder von neuen Aufgaben, Landschaften und Dekogegenständen überrascht, die bei nicht wenigen ein "Das-will-ich-haben-Gefühl" auslösten. Doch das scheint nicht mehr genug zu sein, zumindest für Zynga. Mag sein, dass immer neue Farmen in immer neuen Landschaften, immer neue Aufgaben mit immer weiteren Herausforderungen schlichtweg zu einer Übersättigung führten. Mag auch sein, dass die zwanghafte Verbindung zum sozialen Netzwerk Facebook, das nicht gerade für einen sensiblen Umgang mit Userdaten bekannt ist, zum Ärgernis wurde.

Gespielt wird nicht mehr auf dem Rechner

Fest steht, dass die Zahl der monatlichen Nutzer im ersten Quartal von 253 Millionen auf 292 Millionen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist - und damit auch die Zahl der potenziellen Geldgeber. Die wiederum spielen zwar weiter, aber nicht unbedingt am Rechner. Denn wer ohnehin schon gemütlich auf der Couch sitzt und per Tablet oder Smartphone surft, nutzt das handliche Gerät auch zum Spielen. Unabhängig davon, dass es schwieriger ist, auf den kleinen Bildschirmen Werbung zu platzieren und damit Geld zu verdienen, hat Zynga es wohl versäumt, eigene Spiele dafür zu entwickeln. Oder zu schauen, was andere Anbieter machen. Google stellt seinen Spielebereich auf dem eigenen Netzwerk G+ zum 30. Juni ein und lässt auf Google Play weiterdaddeln. Wer mag, kann dort mit bis zu drei anderen gemeinsam oder gegeneinander spielen, egal mit welchem Gerät und mit welchem Betriebssystem.
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