Bamberg
Spielwaren

Einbruch ins Kinderzimmer

Natürlich gibt es sie noch, die Spielzeuge ohne jegliche Elektronik. Diejenigen mit Elektronik, ob Puppen oder Tablets für Kinder, sind aber heutzutage sehr beliebt. Nun sorgen gleich mehrere Meldungen für Unverständnis und Bestürzung.
VTech Storio
Der Unternehmen VTech stellt vor allem Lernspielzeug her, wie den Lerncomputer "Storio Max". Bild: VTech
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Irgendwie scheint der Dezember ein perfekter Monat für Hacker zu sein. Denn hinter ihrem Treiben steckt nicht immer der direkte Wunsch nach Profit, sondern oft auch Selbstdarstellung oder, und das ist sogar positiv, das Aufdecken großer Sicherheitsmängel. Wer über eine Playstation-Konsole verfügt, dürfte sich vor einigen Tagen einmal mehr über einen Ausfall des Playstation Network (PSN) freuen, was dazu führte, dass Spiele mit Onlineverbindung nicht möglich waren. Was genau dahintersteckte? Offenbar ein weiterer Hacker-Angriff auf Sony, der diesmal allerdings nicht so gravierend ausfiel wie vor einem Jahr. Damals hatten Hacker genau zu Weihnachten das PSN lahmgelegt – zu einem Zeitpunkt, als viele ihre zu Weihnachten geschenkte Konsole erstmals einrichten wollten und damit auf das PSN angewiesen waren.

Und nun zwei weitere Meldungen, die dann doch beunruhigen. Vor einigen Tagen meldete der Spielzeughersteller VTech einen Datendiebstahl. Das Unternehmen sitzt in Hongkong und ist besonders für Lernspiele bekannt, zum Beispiel kindergerechte Tablets. Weltweit kompromittiert sein sollen rund zehn Millionen Nutzerkonten, in denen Post- und E-Mailadressen gespeichert sind. Allein in Deutschland sind rund 900.000 solcher Konten bei VTech registriert. Betroffen sein sollen auch Familienbilder, die von den Kindern mit den Geräten aufgenommen und zum Speichern auf die Server von VTech geladen wurden. Angeblich sollen die Daten zwar verschlüsselt sein, allerdings mit einem verhältnismäßig leicht zu knackenden Standard.

Und jetzt auch noch Barbie. Sicherheitsexperten haben herausgefunden, dass das Modell „Hello Barbie“, das über WLAN verfügt, in den Fokus von Hackern geraten ist. Was macht die Hello Barbie eigentlich? Sie kann Eltern per E-Mail über Vorgänge im Kinderzimmer informieren und Sprache ausgeben. Laut Sicherheitsexperten kann das WLAN relativ leicht gehackt werden – die Folge: Die Puppe könnte die Familie permanent ausspionieren, Hacker könnten auch die Sprachausgabe kontrollieren und so, an den Eltern vorbei, mit den Kindern sprechen. Zudem könnten Hacker, ist das WLAN der Puppe erst einmal geknackt, auch auf andere WLAN-Daten aus dem Haus zugreifen. Der Hersteller Mattel hat nun bereits eine Überprüfung und Weiterentwicklung angekündigt.

Der Technik-Michel meint:
Erst vor wenigen Tagen habe ich an gleicher Stelle über einen Vertrauensverlust der Kunden gegenüber den Herstellern geschrieben. Aktuell betrifft dies vor allem Unternehmen, die nicht aus dem Bereich „Internet“ kommen, sondern ihre Geräte mit solchen Funktionen aufgerüstet haben. Datenschutz und Verschlüsselung sind aber das A und O – und das wird leider oft viel zu spät bewusst.
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