Bonn

Ein unpathetischer Umgang mit Größe

Aus Anlass von Ludwig van Beethovens Taufe vor 243 Jahren darf Richard Wagner heute literarisch glänzen - mit Auszügen aus seiner skurillen Erzählung "Eine Pilgerfahrt zu Beethoven".
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Porträt des dreizehnjährigen Ludwig van Beethoven, Öl auf Leinwand, Bonner Meister, um 1783 Vorlage: Wikimedia
Porträt des dreizehnjährigen Ludwig van Beethoven, Öl auf Leinwand, Bonner Meister, um 1783 Vorlage: Wikimedia
Zweitausendvierhundertdreiundvierzig Fundstellen im digitalisierten Wagner: Das muss ein Heros sein! Ist er ja auch. Heute vor 243 Jahren wurde Ludwig van Beethoven in der Bonner Sankt Remigius-Kirche von Pfarrer Cornelius Metternich getauft. Geboren wurde er vermutlich tags zuvor, als zweiter Sohn von Johann van Beethoven, einem Tenorsänger der kurfürstlichen Kapelle, und dessen Frau Maria Magdalene.

Wie prägend er zeitlebens für Wagner war, lässt sich vielleicht am schönsten in dessen Novelle Eine Pilgerfahrt zu Beethoven von 1840 ablesen, in der er das musikalische Erweckungserlebnis seines Ich-Erzählers wie folgt schildert: "Ich weiß nicht recht, wozu man mich eigentlich bestimmt hatte, nur entsinne ich mich, daß ich eines Abends zum ersten Male eine Beethoven'sche Symphonie aufführen hörte, daß ich darauf Fieber bekam, krank wurde, und als ich wieder genesen, Musiker geworden war."

Hier zur Feier Beethovens Auszüge aus diesem Essay, der zuerst in vier Teilen von 19. November bis 3. Dezember in der Pariser Gazette musicale erschienen ist und die er später, zusammen mit weiteren Erzählungen, unter dem Titel Ein deutscher Musiker in Paris in seine gesammelten Schriften aufnahm. Heinrich Heine lobte diese überraschend ironischen Texte in den höchsten Tönen. Zwar ist mit dem scheinbar autobiographischen R. nicht etwa der Autor selbst, sondern der Komponist Johann Friedrich Reichardt gemeint, dem auf seiner Pilgerfahrt ständig ein aufdringlicher Engländer in die Quere kommt. Aber wenn der schon taube Beethoven endlich den jungen Idealisten empfängt, scheint doch viel vom späteren Wagner durch.

"Man darf diese Erzählung", stellte der Wagnerexperte und Schriftsteller Martin Gregor-Dellin fest, "unbedenklich unter die besten Künstlergeschichten der deutschen Literatur zählen, noch dazu sich darin etwas ereignet, was man nun bei Wagner am allerwenigsten erwartet hätte: den völlig unpathetischen Umgang mit Größe." Als Vorlage des Abdrucks diente Band 107 der Digitalen Bibliothek; die Schreibweise ist übernommen aus Richard Wagner: Sämtliche Schriften und Dichtungen: Erster Band, S. 198.

Hier war ich - im Heiligthum; die gräßliche Verlegenheit aber, in welche mich der heillose Britte gebracht hatte, raubte mir alle wohlthätige Besinnung, die mir nöthig war, um meines Glückes würdig zu genießen. An und für sich war Beethoven's äußere Erscheinung keineswegs dazu gemacht, angenehm und behaglich zu wirken. Er war in ziemlich unordentlicher Hauskleidung, trug rothe wollene Binde um den Leib; lange, starke graue Haare lagen unordentlich um seinen Kopf herum, und seine finstere, unfreundliche Miene vermochte durchaus nicht meine Verlegenheit zu heben. Wir setzten uns an einen Tisch nieder, der voll Papiere und Federn lag.
Es herrschte unbehagliche Stimmung, Keiner sprach. Augenscheinlich war Beethoven verstimmt, Zwei für Einen empfangen zu haben. Endlich begann er, indem er mit rauher Stimme frug: "Sie kommen von L...?" Ich wollte antworten; er aber unterbrach mich, indem er einen Bogen Papier nebst einem Bleistift bereit legte, fügte er hinzu: "Schreiben Sie, ich höre nicht."

Ich wußte von Beethoven's Taubheit, und hatte mich darauf vorbereitet. Nichtsdestoweniger fuhr es mir wie ein Stich durch das Herz, als ich von dieser rauhen, gebrochenen Stimme hörte: "Ich höre nicht!" -Freudenlos und arm in der Welt zu stehen; die einzige Erhebung in der Macht der Töne zu wissen, und sagen zu müssen: ich höre nicht! - Im Moment kam ich in mir zum vollkommenen Verständniß über Beethoven's äußere Erscheinung, über den tiefen Gram auf seinen Wangen über den düsteren Unmuth seines Blickes, über den verschlossenen Trotz seiner Lippen: - er hörte nicht! -

Verwirrt und ohne zu wissen, was? schrieb ich eine Bitte um Entschuldigung und eine kurze Erklärung der Umstände auf, die mich in der Begleitung des Engländers erscheinen ließen. Dieser saß während dem stumm und befriedigt Beethoven gegenüber, der, nachdem er meine Zeilen gelesen, sich ziemlich heftig zu ihm wandte, mit der Frage, was er von ihm wünsche?
"Ich habe die Ehre..." - entgegnete der Britte. "Ich verstehe Sie nicht!" - rief Beethoven ihn hastig unterbrechend; - "ich höre nicht, und kann auch nicht viel sprechen. Schreiben Sie auf, was Sie von mir wollen."


Der Engländer sann einen Augenblick ruhig nach, zog dann sein zierliches Musikheft aus der Tasche, und sagte zu mir: "Es ist gut. Schreiben Sie: ich bitte Herrn Beethoven, meine Komposition zu sehen; wenn ihm eine Stelle darin nicht gefällt, wird er die Güte haben, ein Kreuz dabei zu machen." Ich schrieb wörtlich sein Verlangen auf, in der Hoffnung, ihn nun los zu werden; und so kam es auch. Nachdem Beethoven gelesen, legte er mit einem sonderbaren Lächeln die Komposition des Engländers auf den Tisch, nickte kurz und sagte: "Ich werde es schicken." - Damit war mein Gentleman sehr zufrieden, stand auf, machte eine besonders herrliche Verbeugung und empfahl sich. - Ich athmete tief auf: - er war fort.

Nun erst fühlte ich mich im Heiligthum. Selbst Beethoven's Züge heiterten sich deutlich auf; er blickte mich einen Augenblick ruhig an, und begann dann: "Der Britte hat Ihnen viel Ärger gemacht?" sagte er; "trösten Sie sich mit mir; diese reisenden Engländer haben mich schon bis auf das Blut geplagt. Sie kommen heute, einen armen Musiker zu sehen, wie morgen ein seltenes Thier. Es thut mir leid um Sie, daß ich Sie mit jenem verwechselt habe. - Sie schrieben mir, daß Sie mit meinen Kompositionen zufrieden wären. Das ist mir lieb, denn ich rechne jetzt nur wenig darauf, daß meine Sachen den Leuten gefallen."

Diese Vertraulichkeit in seiner Anrede benahm mir bald alle lästige Befangenheit; ein Freudenschauer durchbebte mich bei diesen einfachen Worten. Ich schrieb, daß ich wahrlich nicht der Einzige sei, der von so glühendem Enthusiasmus für jede seiner Schöpfungen erfüllt wäre, daß ich nichts sehnlicher wünschte, als z.B. meiner Vaterstadt das Glück verschaffen zu können, ihn einmal in ihrer Mitte zu sehen; er würde sich dann überzeugen, welche Wirkung dort seine Werke auf das gesammte Publikum hervorbrächten.

"Ich glaube wohl", - erwiderte Beethoven, - "daß meine Kompositionen im nördlichen Deutschland mehr ansprechen. Die Wiener ärgern mich oft; sie hören täglich zu viel schlechtes Zeug, als daß sie immer aufgelegt sein sollten, mit Ernst an etwas Ernstes zu gehen." Ich wollte dem widersprechen, und führte an, daß ich gestern der Aufführung des "Fidelio" beigewohnt hätte, welche das Wiener Publikum mit dem offensten Enthusiasmus aufgenommen habe.

"Hm, hm!" brummte der Meister, "der Fidelio! - Ich weiß aber, daß die Leutchen jetzt nur aus Eitelkeit in die Hände klatschen, denn sie reden sich ein, daß ich in der Umarbeitung dieser Oper nur ihrem Rathe gefolgt sei. Nun wollen sie mir die Mühe vergelten, und rufen bravo! Es ist ein gutmüthiges Volk und nicht gelehrt; ich bin darum lieber bei ihnen, als bei gescheidten Leuten. - Gefällt Ihnen jetzt der Fidelio?"

Ich berichtete von dem Eindrucke, den die gestrige Vorstellung auf mich gemacht hatte, und bemerkte, daß durch die hinzugefügten Stücke das Ganze auf das Herrlichste gewonnen habe. "Ärgerliche Arbeit!" entgegnete Beethoven: "Ich bin kein Opernkomponist, wenigstens kenne ich kein Theater in der Welt, für das ich gern wieder eine Oper schreiben möchte! Wenn ich eine Oper machen wollte, die nach meinem Sinne wäre, würden die Leute davon laufen; denn da würde nichts von Arien, Duetten, Terzetten und all dem Zeuge zu finden sein, womit sie heut' zu Tage die Opern zusammenflicken, und was ich dafür machte, würde kein Sänger singen und kein Publikum hören wollen. Sie kennen alle nur die glänzende Lüge, brillanten Unsinn und überzuckerte Langweile. Wer ein wahres musikalisches Drama machte, würde für einen Narren angesehen werden, und wäre es auch in der That, wenn er so etwas nicht für sich selbst behielte, sondern es vor die Leute bringen wollte."

"Und wie würde man zu Werke gehen müssen" - frug ich erhitzt, - "um ein solches musikalisches Drama zu Stande zu bringen?" "Wie es Shakespeare machte, wenn er seine Stücke schrieb", war die fast heftige Antwort. Dann fuhr er fort: "Wer es sich darum zu thun sein lassen muß, Frauenzimmern mit passabler Stimme allerlei bunten Tand anzupassen, durch den sie bravi und Händeklatschen bekommen, der sollte Pariser Frauenschneider werden, aber nicht dramatischer Komponist. - Ich für mein Theil bin nun einmal zu solchen Späßen nicht gemacht. Ich weiß recht wohl, daß die gescheidten Leute deßhalb meinen, ich verstünde mich allenfalls auf die Instrumentalmusik, in der Vokalmusik würde ich aber nie zu Hause sein. Sie haben Recht, da sie unter Vokalmusik nur Opernmusik verstehen; und dafür, daß ich in diesem Unsinne heimisch würde, bewahre mich der Himmel!"

Ich erlaubte mir hier zu fragen, ob er wirklich glaube, daß Jemand nach Anhörung seiner "Adelaide" ihm den glänzendsten Beruf auch zur Gesangsmusik abzusprechen wagen würde? "Nun," entgegnete er nach einer kleinen Pause, - "die Adelaide und dergleichen sind am Ende Kleinigkeiten, die den Virtuosen von Profession zeitig genug in die Hände fallen, um ihnen als Gelegenheit zu dienen, ihre vortrefflichen Kunststückchen anbringen zu können. Warum sollte aber die Vokalmusik nicht ebenso gut als die Instrumentalmusik einen großen, ernsten Genre bilden können, der zumal bei der Ausführung von dem leichtsinnigen Sängervolke ebenso respektirt würde, als es meinetwegen bei einer Symphonie vom Orchester gefordert wird? Die menschliche Stimme ist einmal da. Ja, sie ist sogar ein bei weitem schöneres und edleres Ton-Organ als jedes Instrument des Orchesters. Sollte man sie nicht ebenso selbstständig in Anwendung bringen können, wie dieses? Welche ganz neuen Resultate würde man nicht bei diesem Verfahren gewinnen! Denn gerade der seiner Natur nach von der Eigenthümlichkeit der Instrumente gänzlich verschiedene Charakter der menschlichen Stimme würde besonders herauszuheben und festzuhalten sein, und die mannigfachsten Kombinationen erzeugen lassen. In den Instrumenten repräsentieren sich die Urorgane der Schöpfung und der Natur; das, was sie ausdrücken, kann nie klar bestimmt und festgesetzt werden, denn sie geben die Urgefühle selbst wieder, wie sie aus dem Chaos der ersten Schöpfung hervorgingen, als es selbst vielleicht noch nicht einmal Menschen gab, die sie in ihr Herz aufnehmen konnten. Ganz anders ist es mit dem Genius der Menschenstimme; diese repräsentirt das menschliche Herz und dessen abgeschlossene, individuelle Empfindung. Ihr Charakter ist somit beschränkt, aber bestimmt und klar. Man bringe nun diese beiden Elemente zusammen, man vereinige sie! Man stelle den wilden, in das Unendliche hinausschweifenden Urgefühlen, repräsentirt von den Instrumenten, die klare, bestimmte Empfindung des menschlichen Herzens entgegen, repräsentirt von der Menschenstimme. Das Hinzutreten dieses zweiten Elementes wird wohlthuend und schlichtend auf den Kampf der Urgefühle wirken, wird ihrem Strome einen bestimmten, vereinigten Lauf geben; das menschliche Herz selbst aber wird, indem es jene Urempfindungen in sich aufnimmt, unendlich erkräftigt und erweitert, fähig sein, die frühere unbestimmte Ahnung des Höchsten, zum göttlichen Bewußtsein umgewandelt, klar in sich zu fühlen."

Hier hielt Beethoven wie erschöpft einige Augenblicke an. Dann fuhr er mit einem leichten Seufzer fort: "Freilich stößt man bei dem Versuch zur Lösung dieser Aufgabe auf manchen Übelstand; um singen zu lassen braucht man der Worte. Wer aber wäre im Stande, die Poesie in Worte zu fassen, die einer solchen Vereinigung aller Elemente zu Grunde liegen würde? Die Dichtung muß da zurückstehen, denn die Worte sind für diese Aufgabe zu schwache Organe. - - Sie werden bald eine neue Komposition von mir kennen lernen, die Sie an das erinnern wird, worüber ich mich jetzt ausließ. Es ist dieß eine Symphonie mit Chören. Ich mache Sie darauf aufmerksam, wie schwer es mir dabei ward, dem Übelstand der Unzulänglichkeit der zu Hülfe gerufenen Dichtkunst abzuhelfen. Ich habe mich endlich entschlossen, die schöne Hymne unsers Schiller's ‚an die Freude‘ zu benützen; es ist diese jedenfalls eine edle und erhebende Dichtung, wenn auch weit entfernt davon, das auszusprechen, was allerdings in diesem Falle keine Verse der Welt aussprechen können."

Noch heute kann ich das Glück kaum fassen, das mir dadurch zu Theil ward, daß mir Beethoven selbst durch diese Andeutungen zum vollen Verständniß seiner riesenhaften letzten Symphonie verhalf, die damals höchstens eben erst vollendet, Keinem aber noch bekannt war. Ich drückte ihm meinen begeistertsten Dank für diese gewiß seltene Herablassung aus. Zugleich äußerte ich die entzückende Überraschung, die er mir mit der Nachricht bereitet hatte, daß man dem Erscheinen eines neuen großen Werkes von seiner Komposition entgegensehen dürfe. Mir waren die Thränen in die Augen getreten, - ich hätte vor ihm niederknieen mögen.

Beethoven schien meine gerührte Aufregung zu gewahren. Er sah mich halb wehmüthig, halb spöttisch lächelnd an, als er sagte: "Sie können mich vertheidigen, wenn von meinem neuen Werke die Rede sein wird. Gedenken Sie mein: - die klugen Leute werden mich für verrückt halten, wenigstens dafür ausschreien. Sie sehen aber wohl, Herr R...., daß ich gerade noch kein Wahnsinniger bin, wenn ich sonst auch unglücklich genug dazu wäre. - Die Leute verlangen von mir, ich soll schreiben, wie sie sich einbilden, daß es schön und gut sei; sie bedenken aber nicht, daß ich armer Tauber meine ganz eigenen Gedanken haben muß, - daß es mir nicht möglich sein kann, anders zu komponiren, als ich fühle. Und daß ich ihre schönen Sachen nicht denken und fühlen kann" ¬- setzte er ironisch hinzu - "das ist ja eben mein Unglück!"

Damit stand er auf, und schritt mit schnellen, kurzen Schritten durch das Zimmer. Tief bis in das Innerste ergriffen, wie ich war, stand ich ebenfalls auf; - ich fühlte, daß ich zitterte. Unmöglich wäre es mir gewesen, weder durch Pantomimen noch durch Schrift eine Unterhaltung fortzusetzen. Ich ward mir bewußt, daß jetzt der Punkt gekommen war, auf dem mein Besuch dem Meister lästig werden konnte. Ein tief gefühltes Wort des Dankes und des Abschiedes aufzuschreiben schien mir zu nüchtern; ich begnügte mich, meinen Hut zu ergreifen, vor Beethoven hinzutreten, und ihn in meinem Blicke lesen zu lassen, was in mir vorging.

Er schien mich zu verstehen. "Sie wollen fort?" frug er. "Werden Sie noch einige Zeit in Wien bleiben?" Ich schrieb ihm auf, daß ich mit dieser Reise nichts beabsichtigt hätte, als ihn kennen zu lernen; daß, da er mich gewürdigt habe, mir eine so außerordentliche Aufnahme zu gewähren, ich überglücklich sei, mein Ziel als erreicht anzusehen, und morgen wieder zurückwandern würde.

Lächelnd erwiderte er: "Sie haben mir geschrieben, auf welche Art Sie sich das Geld zu dieser Reise verschafft haben: - Sie sollten in Wien bleiben und Galopps machen, - hier gilt die Waare viel." Ich erklärte, daß es für mich nun damit aus sei, da ich nichts wüßte, was mir wieder eines ähnlichen Opfers werth erscheinen könnte. "Nun, nun!" entgegnete er, "das findet sich! Ich alter Narr würde es auch besser haben, wenn ich Galopps machte; wie ich es bis jetzt treibe, werde ich immer darben. - Reisen Sie glücklich" - fuhr er fort - "gedenken Sie mein, und trösten Sie sich in allen Widerwärtigkeiten mit mir."

Gerührt und mit Thränen in den Augen wollte ich mich empfehlen, da rief er mir noch zu: "Halt! Fertigen wir den musikalischen Engländer ab! Laßt sehen, wo die Kreuze hinkommen sollen!" Damit ergriff er das Musikheft des Britten, und sah es lächelnd flüchtig durch; sodann legte er es sorgfältig wieder zusammen, schlug es in einen Bogen Papier ein, ergriff eine dicke Notenfeder und zeichnete ein kolossales Kreuz quer über den ganzen Umschlag. Darauf überreichte er es mir mit den Worten: "Stellen Sie dem Glücklichen gefälligst sein Meisterwerk zu! Er ist ein Esel, und doch beneide ich ihn um seine langen Ohren! - - Leben Sie wohl, mein Lieber, und behalten Sie mich lieb!" Somit entließ er mich. Erschüttert verließ ich sein Zimmer und das Haus.


Bleibt noch die Anmerkung, dass die Verbindung Beethoven-Wagner auch in der vierten Generation intensiv ist: Wagner-Urenkelin Nike Wagner übernimmt am 1. Januar die Intendanz des Bonner Beethovenfestes. Und als Nachtrag die Auflösung der Wissenswette für November. Die richtigen Antworten lauten: 1. Hermann Levi, 2. 1848 bis 1874 oder über 26 Jahre, 3. Daniela Thode, geb. von Bülow. Die Gewinner sind diesmal Dieter Martin und Dietlinde Schunk-Assenmacher aus Bamberg sowie Birgit Stadler aus Ingolstadt. Sie dürfen sich freuen auf Kerstin Deckers ebenfalls ironische Wagner-Biographie Richard Wagner - mit den Augen seiner Hunde betrachtet, die uns freundlicherweise der Berenberg Verlag zur Verfügung gestellt hat.