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"Dragon Age": Drachenprügeln leicht gemacht

"Dragon Age: Origins" zählte 2009 zu den besten Spielen überhaupt. Der zweite Teil von 2011 war ebenfalls gut, konnte aber nicht an den Erfolg von Origins anknüpfen. In knapp einer Woche erscheint nun der dritte Dragon-Age-Ableger - mit einem vielversprechenden Konzept.
Die sogenannten Grauen Wächter sorgen dafür, dass das Königreich Ferelden nicht von der Dunklen Brut überrannt wird. Screenshots: Dragon Age
Die sogenannten Grauen Wächter sorgen dafür, dass das Königreich Ferelden nicht von der Dunklen Brut überrannt wird. Screenshots: Dragon Age
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Wenn ein Entwickler weiß, wie man packende Rollenspiele programmiert, dann BioWare aus Kanada. Mit "Dragon Age: Origins" lieferte das Studio seine beste Arbeit seit Baldur"s Gate ab. Die Handlung ist schnell erzählt: Das Königreich Ferelden wird von Horden der "Dunklen Brut" bedroht. Der Spieler ist Mitglied der sogenannten Grauen Wächter, die sich seit hunderten Jahren dieser Bedrohung entgegenstellen. Die erste Schlacht gegen die fiesen Monster geht verloren, sodass wir nach neuen Bündnissen suchen müssen, um eine schlagkräftige Armee auf die Beine zu stellen. Das will Loghain verhindern, der nach dem Tod des Königs gern seinen eigenen Hintern auf dem Thron sehen würde.

Im Grunde ist die Erzählung ein Derivat sämtlicher moderner Fantasy-Literatur. Am meisten ist die Geschichte um Macht, Gewalt, Lust und Verrat an die Romanreihe "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin angelehnt. Kenner der Bücher und der Fernsehserie Game of Thrones werden immer wieder Parallelen entdecken.

Charaktererstellung und -entwicklung, Spezialfähigkeiten, Fertigkeiten, Levelaufstieg - BioWare ist das Ganze sehr klassisch angegangen. Auf dem PC ist die Steuerung trotz der vielen Möglichkeiten recht gut gelungen, Konsolen-Spieler haben immer mal wieder Grund zum Fluchen. Eine Besonderheit des Titels ist die Kameraperspektive. Man kann den Charakter wahlweise mit Blick über die Schulter steuern oder in der isometrischen Darstellung.

BioWare hat eigens für Dragon Age eine Engine namens Eclipse entwickelt. Diese ist auch heute noch ansehnlich - vor allem die Charaktermodelle sind detailverliebt, was besonders in den Zwischensequenzen zum Ausdruck kommt. Insgesamt sind die Städte und Orte jedoch etwas leblos. Gewöhnungsbedürftig ist auch das lineare Leveldesign. Zu den einzelnen Orten gelangt man über eine Orientierungs-Karte, die Gebiete die dazwischen liegen sind nicht zugänglich.

Dragon Age: Origins weiß zu begeistern, denn die Handlung ist straff erzählt, und immer wieder gibt es wichtige Entscheidungen zu treffen, die sowohl die Geschichte als auch die eigene Gruppe beeinflusst. Von den Gamestar-Lesern wurde der Titel 2009 zum Spiel des Jahres gewählt.

Zwei Jahre später erschien der Nachfolger, Dragon Age II, der zwar ebenfalls gute Bewertungen erhielt, aber längst nicht so gefeiert wurde, wie Teil 1. Die Fachpresse kritisierte vor allem das vereinfachte Kampfsystem und die Anpassung des Titels auf den Konsolen- und Massenmarkt.

Am 20. November 2014 erscheint nun der dritte Teil der Dragon-Age-Reihe, der den Titel "Inquisition" trägt. Wie die PC Games berichtete, verbreitete Mark Darrah, Executive Producer bei BioWare, im Vorfeld Aufbruchstimmung. "Skyrim" habe die Rollenspiel-Landschaft für immer verändert. In "Inquisition" versuche man nun, alles anders zu machen und doch den Dragon-Age-Wurzeln treu zu bleiben.

Drei Jahre haben die Kanadier nun am dritten Ableger der Saga gearbeitet. Die entscheidendste Veränderung ist wohl der Wechsel der Grafikengine. Diesmal wird die Frostbite 3 zum Einsatz kommen, bekannt aus Battlefield 4. Das bedeutet zum einen, dass Dragon Age in Sachen Grafikqualität einen deutlichen Schritt nach vorne macht. Zum anderen bietet die Engine nun erstmals die Möglichkeit, die Levels frei zu erkunden. Eine komplett offene Welt wie in Skyrim wird es aber dennoch nicht geben.

Neu ist laut PC Games auch das Crafting-System. Dieses soll aufwändiger sein als noch in den Vorgängern. Die Stärke der hergestellten Items richtet sich nach den Materialien, die bei der Herstellung verwenden werden. Daneben ist offenbar eine Rückkehr der Taktik-Kamera geplant, die noch mehr Möglichkeiten bieten soll, als noch im ersten Teil.

Großartige Grafik, offenere Spielwelt, aufwändigeres Crafting - es klingt so, als hätten die Entwickler ein gutes Rezept gefunden, um die Schwächen der Vorgänger auszumerzen und gute neue Ansätze dazu zu packen. Wenn die Mixtur gelingt, dürfte ein großartiges Rollenspiel auf alle Fans des Genres warten. Erscheinen wird Dragon Age: Inquisition für PC, PS3, PS4, XBO und Xbox360.