Bamberg
Kommentar

Die Lizenz zum Geldverdienen

Google legt die Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2012 vor. Nach wie vor macht der Internetkonzern seine Gewinne mit der Platzierung von Anzeigen - er dringt aber auch in andere Bereiche vor.
Der Internetkonzern Google hat deutliche Gewinne gemacht. Foto: Andrew Gombert/dpa
Der Internetkonzern Google hat deutliche Gewinne gemacht. Foto: Andrew Gombert/dpa
Die Zahlen sind beeindruckend: Google hat im vergangenen Jahr 10,7 Milliarden Dollar (8 Milliarden Euro) Gewinn gemacht. Geld, das der Internetkonzern, der vor allem für seine gleichnamige Suchmaschine bekannt ist, mit der Platzierung von Anzeigen macht - ein Klick auf die entsprechenden Links ist also bares Geld wert.

Kein Wunder also, dass Google-Chef Larry Page bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2012 "begeistert" von der Zahlen war. Damit das so bleibt, breitet sich Google je nach Meinung des Betrachters wie eine Krake oder wie ein sanfter, warmer Strom auch auf andere (Geschäfts-)Bereiche aus: den Anfang machte der Kauf des mobilen Betriebssystems Android 2005, gefolgt von Handys und Tablets unter dem Markennamen "Nexus" (die zwar mit Lob überschüttet wurden, aber nur sehr sporadisch überhaupt erhältlich sind und waren), den Browser Chrome und (Chrome-)Notebooks. Gleichzeitig investiert der kalifornische Konzern in selbstfahrende Autos, Brillen, mit denen man das Internet immer dabei hat und diverse ökologische Projekte. Und ganz nebenbei grenzt sich Google damit vom großen Rivalen Facebook ab, der ausschließlich auf das soziale Netzwerk setzt.

Das geschieht vor dem Hintergrund, dass immer mehr Nutzer mit ihren Smartphones und Tablets online sind - Geräte, auf denen Werbung nicht oder nur teilweise auftaucht und damit potenziell die Einnahmen verringern könnten. Google tut offenbar das, was man vorausschauende Planung nennt: Der Konzern erweitert sein Geschäft, ohne seine gutlaufenden Dienste zu vernachlässigen und er versucht alles, um bei seinen Nutzern als freundlich, innovativ und ein bisschen nerdig zu erscheinen.

Dieses "Wir-sind-anders-als-andere-Firmen"-Image kommt an, jedenfalls solange Google seine Innovationen auch weiterhin so schnell vorantreibt. Und seine marktbeherrschende Stellung nicht dazu nutzt, um die Daten seiner Nutzer zu missbrauchen. Denn Google-Fans lieben und vertrauen dem Konzern. Wird dieses Vertrauen missbraucht, kann sich die Liebe schnell in Hass verkehren - und die Nutzer werden ihr Heil bei anderen Anbietern suchen.

Links:

Der offizielleGoogle Blog informiert nicht nur über die eigenen Produkte, sondern auch über andere Aktivitäten des Konzerns.

Larry Pages Rede ist nachzulesen auf seinem Google+-Profil und zu hören