Forchheim
Analyse

"Die Franken" auf der Überholspur

Zum ersten Mal war die Partei "Die Franken" bei einer Landtagswahl angetreten. In Bayern haben sie insgesamt zwar nur 0,7 Prozent aller Stimmen bekommen. Bei uns, in Oberfranken, sah das allerdings ganz anders aus. Dort konnten sie mit 2,9 Prozent aller Stimmen außergewöhnlich viele Wähler von sich überzeugen - und vielerorts so manch andere Partei überholen.
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Andreas Merkel mit Kilt und Wolfshund unter der Dorflinde in Hetzles. Foto: Ekkehard Roepert
Andreas Merkel mit Kilt und Wolfshund unter der Dorflinde in Hetzles. Foto: Ekkehard Roepert
So zum Beispiel im Stimmkreis Forchheim. Der "Franken"-Kandidat Andreas Merkel, der sonntags gerne mal in seinem Kilt und seinem Wolfshund durch Hetzles spaziert, bekam 2,76 Prozent der Erststimmen. Damit liegt er vor dem FDP-Kandidat Patrick Schroll (2,52 Prozent), dem Linken Dirk Eichels (1,81 Prozent) und dem Pirat Richard Leopold (1,97 Prozent). Bei den Zweitstimmen sind die "Franken" mit 2,06 Prozent immerhin noch vor den Piraten auf dem 11. Platz.

Noch besser in Bayreuth: Hier sind die "Franken" sogar fünftstärkste Partei mit 2,81 Prozent - nur knapp vor der FDP. Für den Direktkandidaten Holger Hoffmann haben 3,46 Prozent der Wähler gestimmt. Auch hier liegen die "Franken", was die Erststimmen angeht, also vor der FDP und haben mit Thomas Hacker damit einen amtierenden Landtagsabgeordneten geschlagen.

Auf die Spitze trieben es aber die Hofer: Sie gaben den "Franken" ganze 4,3 Prozent. Fast doppelt so viele wie der FDP. Und zu den Grünen fehlt nur ein einziger Prozentpunkt. Die Direktmandatin Heike Fuchs kam auf 4,4 Prozent.

Auch die Unterfranken (2,3 Prozent) und die Mittelfranken (1,6 Prozent) waren von den "Franken" übrigens angetan, an den fränkischen Zuspruch der Oberfranken kommen sie aber nicht ran.

Wir von der "Partei in Franken" fragen uns seit dem Wahlausgang am Sonntag Abend ohnehin, ob die Wähler da nicht was verwechselt haben, und die Partei "Die Franken" vielleicht für uns hielten? Vielleicht sollten wir das nächste Mal ja doch antreten?

So und so: Auch wenn die "Franken" nicht in den Landtag einziehen dürfen - was zählt ist der Wille, Franken politisch wieder ein bisschen zu stärken. Das wäre gerade jetzt, nach der Rückkehr von Oberbayer Seehofer zur bayerischen Alleinherrschaft doch wirklich bitter nötig gewesen.

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