Bamberg
Google

Das Geschäft mit dem Laden

Apple hat mit seinen Läden Kulttempel gebaut. Jetzt will Google angeblich auch eigene Geschäfte eröffnen.
Bunt und etwas chaotisch kommen die Büros bei Google (hier eines in Korea) daher. Wenn der Konzern mehr Läden eröffnen will, werden diese bestimmt ähnlich aussehen. Foto: Google
Bunt und etwas chaotisch kommen die Büros bei Google (hier eines in Korea) daher. Wenn der Konzern mehr Läden eröffnen will, werden diese bestimmt ähnlich aussehen. Foto: Google
Irgendwie ist Google immer präsent. Jedenfalls dann, wenn man sich mit Hilfe der Suchmaschine im Netz bewegt, einen Google-Account und die entsprechenden Android-Gerätschaften hat. Nur: anfassen und ausprobieren kann man keines (sieht man von einzelnen Läden ab), nur online bestellen. Wenn man diversen Gerüchten Glauben schenkt, könnte das anders werden. Übereinstimmend berichten unter anderem Spiegel Online und TheVerge dass der Konzern bis zum Weihnachtsgeschäft weitere Läden eröffnen will - zumindest in den USA.

Google würde damit in die Richtung gehen, die Apple mit seinen Läden schon lange eingeschlagen und damit dem eigenen Kult den entsprechenden Kick gegeben hat und immer noch gibt. Wer die komplett durchgestylten und immer exakt nach den Firmenrichtlinien ausgestatteten Tempel auch nur von außen begutachtet, wird beim Anblick der schimmernden iPods, iPhones, iPads und alle anderen mit dem Apfellogo verzierten Geräte in Verzückung geraten (solange er kein Apple-Kritiker ist) und sie - so das Kalkül der Firma - kaufen. Schließlich ist es immer noch ein Unterschied, ob man etwas online zwar von allen Seiten betrachten, es aber nicht anfassen kann.

Entscheidung nach dem Handgefühl

Gerade bei tragbaren Geräten kann es ein entscheidendes Kaufargument sein, ob beispielsweise das Smartphone zu groß ist, um es mit einer Hand bedienen zu können oder ob das Zehn-Zoll-Tablet nicht doch zu schwer ist, um darauf stundenlang in einem E-Book zu lesen. Auch wenn Google traditionell Gerüchte um das eigene Unternehmen nicht kommentiert, würde es durchaus in die Geschäftsstrategie passen, die sich zunehmend auch auf Hardware ausdehnt, die perfekt auf die eigenen Online-Angebote abgestimmt sind.

Dass es dafür einen Markt gibt, musste Google im vorweihnachtlichen Geschäft erfahren: kaum waren im eigenen "Play Store" genannten Online-Laden das von Fans sehnsüchtig erwartete Smartphone "Nexus 4" angekündigt, war es auch schon vergriffen. Und blieb es bis vor wenigen Wochen auch. Sie hätten schlicht nicht mit einem so großen Ansturm gerechnet, schreibt der Chef von Google-Plus, Vic Gundotra, auf die Frage eines Nutzers. Auch wenn man das angesichts des günstigen Preises und der guten Bewertungen des Handys kaum glauben mag, zeigt es doch, dass Google auf dem richtigen Weg ist.

Und der führt zu eigenen Läden, mit eigenen Smartphones, Tablets und Notebooks, auf denen jeweils die eigene Software läuft. Nur: statt blank geputzter Flächen werden sich die Kunden eher wie auf einem bunten Kinderspielplatz fühlen - plüschige Firmenlogos inbegriffen.