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Echtzeitstrategie

Blizzard enthüllt Starcraft 2 Legacy of the Void

Ein neuer Koop-Modus, neue und modifizierte Einheiten und eine Einzelspieler-Kampagne: Mit der Enthüllung von "Legacy of the Void" hat Blizzard den Hype, um Starcraft 2 nach Monaten der Flaute wieder angefacht. Aber vor allem die Neuerungen im Multiplayer-Bereich könnten sich noch deutlich ändern.
Foto: Artwork:Blizzard Entertainment
Foto: Artwork:Blizzard Entertainment
Nach einer gefühlten Ewigkeit des Schweigens - tatsächlich gab es fast über ein dreiviertel Jahr keine Informationen, lediglich Gerüchte - hat Entwickler Blizzard den dritten Teil von Starcraft 2 enthüllt. Mit "Legacy of the Void" kommt die bekannte Echtzeitstrategie-Saga zu ihrem Finalen Abschluss.

Koop-Modus: Schneller, mehr Action und noch mehr eSport

Die wohl bedeutendste Neuerung ist der Kooperations-Modus. Darin können Zweier-Teams das Kommando über eine Armee übernehmen und gegen andere Teams antreten. Vor wenigen Tagen, auf der "Starcraft 2 World Champions Series" hat Blizzard die Creme de la Creme der eSportler in einigen Show-Matches diesen neuen Modus testen lassen. Dadurch wirkte das Spiel noch schneller. Da sich bei den Profis zwei Spieler mit wahnsinnig hohen Klickgeschwindigkeiten (bis zu 400 Tastaturbefehle pro Minute) jetzt ein Team teilen, werden die Spiele bei den großen Turnieren wohl deutlich an Intensität und Abwechslung zunehmen.

Phasen in denen minutenweise kaum etwas passierte sind wohl vorbei. Während sich einer um den Ausbau der Basis und der Armee kümmert, kann der andere den Gegner mit Störangriffen unter Druck setzen. Gleichzeitige Gefechte an verschiedenen Standorten der Karte werden zum Standard. Somit verspricht der neue Koop-Modus viel Action und ist eine clevere Neuerung von Blizzard, um seinem Online-Portal ("Battle.net") neue Impulse zu geben.



Neue Einheiten werden für Diskussionen sorgen

Auch die neuen Einheiten wurden von den Profis getestet. Jeder Einsatz dieser neuen Maschinen, Monster oder Kämpfer wurde von den Kommentatoren und Fans in der Halle frenetisch gefeiert. Bei Starcraft kämpfen die drei Völker Terraner (Menschen), Zerg (Außerirdische, die einem Insekten-Schwarm gleichen) und Protoss (hochtechnisierte Außerirdische mit Schild-Technologie) gegeneinander. Jede dieser fiktiven Rassen hat neue Einheiten bekommen oder andere wurden modifiziert. Da die Entwickler hinter dem Spiel viel Wert auf die perfekte Balance dieser Völker legen und der Ruf von Starcraft ebenfalls von dieser lebt, ist es gar nicht so einfach ein paar neue Einheiten auf das Schlachtfeld zu werfen.

Vor der Beta-Phase ist noch alles offen

Es wird wohl während der Beta-Phase, in der das Spiel von den Spielern getestet wird, noch einige Veränderungen geben, um diese fast "heilige Balance" im Starcraft-Universum nicht zu gefährden und die Fans eines bestimmten Volkes nicht zu verprellen. Ob die neuen Einheiten und die vorgestellten Veränderungen der alten wie gezeigt zum Einsatz kommen ist sehr unwahrscheinlich.

Denn vor der Präsentation des Vorgängers "Heart of the swarm" kündigte Blizzard an, den Carrier aus dem Spiel zu nehmen. Daraufhin gab es eine Protestwelle der Fangemeinde - die Einheit blieb im Spiel. Dieses Beispiel zeigt zum einen wie viel Einfluss die Spieler auf Veränderungen haben und zum anderen wie viel Potenzial es noch in der Beta-Phase gibt. Ob zum Beispiel die Terraner-Einheit "Cyclone" mit den gezeigten Fähigkeiten in das fertige Spiel kommt, ist fraglich. Hat sie doch gezeigt, dass sie in einer frühen Spielphase von kaum einer Protoss-Einheit gestoppt werden kann.

Mit schnellen Schritten Richtung Multiplayer und eSport

Bei all den Neuerungen, die vor allem den Multiplayer Modus, das "Battle.net" und somit den Bereich des eSports betreffen, Gerät die finale Kampagne der Protoss fast in Vergessenheit. Wie man von Entwickler Blizzard erwarten kann, wird sie, was Story, Handlung und grafische Umsetzung angeht wohl mehr als spielenswert sein.
Mit der Präsentation auf einem großen Turnier durch professionelle eSportler, hat Blizzard ein klares Signal abgegeben, wo die Reise hingehen soll. Schwerpunkt ist das "Battle.net" und mehr Abwechslung in diesem Bereich. Zwar präsentierte Blizzard auch Details der Kampagne und Teaser der finalen Story, aber die meisten Reaktionen aus der Community gab es auf die Neuerungen in den anderen Bereichen.

Einen Veröffentlichungstermin für "Legacy of the Void" hat Blizzard im übrigen nicht genannt. Wahrscheinlich will man die Beta-Phase abwarten und schauen wie viel Veränderungen noch nötig sind.


Die voraussichtlichen Veränderungen der einzelnen Völker im Überblick




Neue Einheiten Terraner

Herc: hat einen Greifhaken, um sich zum Gegner zu ziehen. Lufteinheiten kann er nicht angreifen und ist schwach gegen mittelgroße Zerg und schwach gepanzerte Protoss.

Cyclone: kann aus großer Entfernung einen einzelnen Gegner anvisieren und dann in der Bewegung schießen. Einsetzbar ist er gegen Boden- und Lufteinheiten.

Veränderte Einheiten Terraner

Medivacs: können Belagerungspanzer im Belagerungsmodus aufnehmen und wieder absetzen.
Thor: bekommt die Fähigkeit zur Selbstreparatur. In dieser Phase kann er weder angreifen noch sich bewegen.
Banshees: bekommen einen Geschwindigkeitsbuff.
Schwere Kreuzer: können sich durch hohen Energieverbrauch an jeden Ort auf der Karte teleportieren.




Neue Einheiten Zerg

Lurker (Schleicher): morpht sich aus den Hydralisken. Der Lurker gräbt sich in den Boden und schickt Stacheln in einer Reihe in die Richtung der Gegner. Diese Einheit gab bereits in der Starcraft-Erweiterung "Brood War".

Ravager: morpht sich aus der Schabe (Roach) und kann Boden- und Lufteinheiten angreifen. Er kann das Kraftfeld der Protoss zerstören.

Veränderte Einheiten Zerg

Corrupter: (Schänder) kann jetzt auch Bodenziele (Gebäude) angreifen. Der Schaden dieses neuen Angriffs wird höher, je länger die Fähigkeit auf ein Ziel wirkt.
Schwarmwirte: können jetzt in der Bewegung die zeitlich begrenzte Einheit Schrecken produzieren und müssen sich dafür nicht mehr eingraben. Dafür wurde die Abklingzeit dieses Effekts erhöht. Außerdem kann man jetzt auch fliegende Schrecken entwickeln.
Nyduswürmer: können nicht mehr während des Morph-Vorgangs angegriffen werden.




Neue Einheiten Protoss

Disruptor: kann kurzzeitig immun gegen Schaden gemacht werden, um danach einen Flächenangriff auszuführen. Lufteinheiten kann der Disruptor nicht angreifen.

Veränderte Einheiten Protoss

Warpprismen: Einheiten können mit einer größeren Reichweite eingesammelt werden.
Immortal (Unsterbliche): erhalten die aktive Fähigkeit "Barrier", dafür verlieren sie den passiven Effekt "verstärkter Schild"
Orakel: die Fähigkeit "Revelation" macht getarnte gegnerische Einheiten nicht nur sichtbar, sondern markiert sie auch.
Tempest: können mit der Fähigkeit "Disintegration" einen hohen Zeitschaden bei Luft- und Bodeneinheiten verursachen.
Carrier (Träger): können ihre Interceptoren gezielt an bestimmten Orten absetzten und dort Kämpfen lassen. Auch nach der Zerstörung des Carriers kämpfen die Interceptoren weiter.