Bamberg
Windows 10

Aufregung um das neue System

Laut Microsoft läuft das neue Betriebssystem Windows 10 bereits auf über 75 Millionen Computern weltweit. Damit wurde binnen weniger als einem Monat das Apple-System OSX bereits deutlich überholt. Es gibt aber auch Kritik – besonders in Sachen Datenschutz.
Windows 10
Hier zu sehen: Der Tabletmodus, da mein Gerät auch über einen Touchscreen verfügt.
So schnell hat sich noch kein neues Microsoft-Betriebssystem verbreitet: Rund vier Wochen nach dem Start läuft Windows 10 laut Angaben von Microsoft schon auf über 75 Millionen Computern. 31 mal pro Sekunde wird Windows 10 damit im Schnitt installiert.  Einmalig war aber auch die Kritik, die in den vergangenen Tagen auf Microsoft einprasselte. Es ging um Datenschutz, Passwörter und Einstellungen, die angeblich nicht wirksam seien. Das deutsche Windows-Magazin WindowsArea konterte: „Gibt es eine neue Windows-Version, so ist es mittlerweile zur Tradition geworden, in der Fachpresse davor zu warnen.“

In der Tat sendet Windows 10 deutlich mehr Daten an Microsoft als seine Vorgänger, was unter anderem mit der digitalen Assistentin Cortana sowie mit der steteren Anbindung an die Cloud-Dienste zusammenhängt. Für Aufregung sorgte vor allem ein Satz in den Datenschutzbestimmungen zu Windows 10: „Falls erforderlich, sammeln wir die Inhalte Ihrer Dateien und Kommunikationen, um Ihnen die von Ihnen verwendeten Dienste anbieten zu können.“ Diese Passage wurde oftmals zitiert, dabei heißt es kurz darauf: „Dazu gehören: Inhalte Ihrer Dokumente, Fotos, Musik oder Videos, die Sie auf einen Microsoft-Dienst wie Microsoft OneDrive hochgeladen haben.“ Betroffen sind somit nur Daten, die in die Cloud geladen werden – und hier erfolgte ein solcher „Scan“ schon immer. Das ist übrigens auch bei Google, Dropbox, Apple & Co. so.

Dass „Online“ bei Windows 10 eine große Rolle spielt, zeigt Skandal 2. Wählt der Nutzer bei den Privatsphäre-Einstellungen die Stufe „vertraulich“ aus, sendet Windows 10 dennoch regelmäßig Daten an Microsoft-Server. Microsoft erläuterte dazu, dass keine persönlichen Daten übertragen würden. Mehrere Blogger, die sich mittlerweile mit dem Thema auseinandergesetzt haben, bestätigen, dass regelmäßig Daten versendet werden – diese seien allerdings harmlos. Bleibt die Frage nach dem Warum …

Der Technik-Michel meint:
Windows 10 ist bei mir seit vier Wochen im Einsatz und macht bislang einen guten Eindruck. Die viel beschriebenen Skandale sind eigentlich keine, dennoch bleibt – gerade bei den Privatsphäre-Einstellungen – ein fader Beigeschmack. Vielleicht sollte Microsoft ermöglichen, dass wenn Windows 10 mit einem lokalen Benutzerkonto verwendet wird, wirklich keine Daten versendet werden. Wie sich aber auch zeigt: 99 Prozent der Nutzer wird diese Thematik ohnehin kaum interessieren – siehe Googles mobiles Betriebssystem Android.