Bamberg
Präsentation

Apple liefert, aber überrascht nicht

Apple zeigte am Dienstagabend das, was von dem Konzern erwartet wurde. Etwas wirklich Aufsehenerregendes aber war nicht dabei.
Nach der Apple-Präsentation konnten Journalisten in London die neuen iPads begutachten. Foto: Christoph Dernbach/dpa
Nach der Apple-Präsentation konnten Journalisten in London die neuen iPads begutachten. Foto: Christoph Dernbach/dpa
Was haben wir denn da? Ein neues iPhone, ein neues Betriebssystem, neue Notebooks, einen neuen Desktop-Rechner, der es aber nicht mehr zum Weihnachtsgeschäft in die Läden schaffen wird - gezeigt wurde das schon. Ach und natürlich ein neues iPad, das als iPad Air ebenso ein neues,verbesserten Display bekommt wie das iPad mini. Zusammen mit dem neuen Betriebssystem Mavericks (ja, die Ubuntu-Version, die im Herbst 2010 erschienen ist, trug einen ähnlichen Namen) kommen ein paar Neuerungen, die so manchem das Leben erleichtern werden.

Aktualisierungen für iLife und iWork

Fotos und Filme anschauen, teilen und wird mit der Aktualisierung der iLifeSuite einfacher, genauso wie das Komponieren von Musik mit Garageband. Das Office-Pendant iWork wurde komplett überarbeitet. In der Web-Version können jetzt Dokumente, für die man einen Link bekommen hat, plattformunabhängig bearbeitet werden. Das ist klar gegen Microsoft und dessen Office-Pakte gerichtet, das nach wie vor auf den stationären Rechner ausgerichtet ist und für dessen Nutzung entsprechende Gebühren fällig werden.

Gegen die Konkurrenz - dieses Mal gegen Googles Android-Tablets - ist auch die Ansage gerichtet, iPads würden nicht nur von ihren Nutzern geliebt. Sie seien auch die am meisten genutzten. Logisch, wenn man bedenkt, dass Apple mit den ersten iPads nicht nur komplett neue Geräte auf den Markt gebracht, sondern auch Maßstäbe gesetzt hat für die Art und Weise der Nutzung. Dagegen anzukommen, dauert eine Weile, zumal Apples Geräte nicht günstig sind und nicht einfach mal so ersetzt werden. Schon gar nicht durch eines der Konkurrenz, weil man im zunehmenden Maß mit diesem Schritt auch das Ökosystem wechseln muss. Das gilt nicht nur für iPads sondern auch für Notebooks und Desktop-Rechner, vor allem, wenn man die über eine Cloud synchronisiert.

Seitenhiebe auf Google


Natürlich sind die neuen Mac-Rechner, die neuen iPads schneller und schöner als ihre Vorgänger. Und natürlich wurde bei der neuen Version des Systems OS X einiges verbessert und das Erscheinungsbild aufgehübscht. Überraschend ist, dass das neue Betriebssystem kostenlos heruntergeladen werden kann und einige Programme mitbringt, die man zuvor hatte kaufen müssen. Weniger überraschen hingegen, ist die Tatsache, dass iOS 7, das unter anderem iPhones und iPads antreibt, fünf Tage nach dem Start auf zwei Dritteln aller Geräte lief, deren Zugriff Apple kontrolliert. Die anderen "Typen" werden davon aber nicht umgehauen, wie es Tim Cook in gewohnter Arroganz ausdrückte, die anderen, das sind natürlich die Verantwortlichen von Google, die das Android-Betriebssystem kostenlos anderen Herstellern wie Samsung zur Verfügung stellen und ihnen Eingriffe ins Innerste erlauben.

Apple zeigte nichts, was das Publikum wirklich begeistert hätte. Das aber tut es mit einer Arroganz, die verächtlich auf alles herabschaut, was nicht das eigene Logo trägt. Mag sein, dass momentan nichts Spektakuläres erfunden werden kann, weil alles, was wir heute im Technikbereich zu brauchen meinen, bereits vorhanden ist. Ob der nächste Innovationsschub aber von Apple kommt, wird immer fraglicher.




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