Bamberg
Produktvorstellung

Angriff auf Apple

Dass man ein neues Gerät möglichst werbewirksam vorstellen muss, hat Apple meisterhaft gezeigt. Doch in der Ära nach Steve Jobs droht der Konzern seinen Glanz zu verlieren.
Samsung strahlt - wie hier das Firmenlogo auf der Cebit 2013. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Samsung strahlt - wie hier das Firmenlogo auf der Cebit 2013. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Geheimnisvolle Einladungen an Journalisten, eine große Bühne und ein charismatischer Mensch: Apple feierte neue Produktewie eine heilige Messe. Schon Wochen vor dem angesetzten Termin überboten sich Internetforen an wüsten Spekulationen, die in ihrer Unterschiedlichkeit eines gemeinsam hatten: Der hohe Kultfaktor der Marke war immer verbunden mit wirklichen Innovationen. Vom ersten bunten iMac, über den iPod, das iPhone bis hin zum iPad brachte Apple Neuheiten auf den Markt, die die Bezeichnung "neu" tatsächlich verdienten, so manchen Konkurrenten alt aussehen ließen und unseren Umgang mit Technik veränderten. Anderen Herstellern blieb nicht viel mehr übrig, als Apple zu kopieren (möglichst ohne eine Patentklage zu riskieren) oder doch zumindest mehr recht als schlecht nachzuahmen. Dabei blieben so namhafte Handy-Hersteller wie Nokia auf der Strecke, weil sie Trends verschliefen und ihre Fans enttäuschten. Mit demWindows-Phone versucht Nokia gerade eine Aufholjagd. Der jahrelange Liebling der Geschäftsleute, das Blackberry, musste seinen Platz in der Jackettasche frei machen für ein iPhone - Rückkehr ungewiss.


Überraschungen blieben aus


Doch Apples Ruhm bröckelt. Die Vorstellung des neuesten iPhones enttäuscht die Öffentlichkeit. Wie von Apple gewohnt, ist das Gerät gut verarbeitet (Kritiker lästern gerne, dass das für den hohen Preis auch nicht anders zu erwarten sei) und bringt einen etwas größeren Bildschirm mit. "Die großen Überraschungen bleiben aus", schreibt denn auch Computerbild.de und kritisiert, dass sich Millionen Nutzer einen Adapter für ihre Dockingstation kaufen müssen, weil das iPhone eine kleinere Anschlussbuchse hat und daher mit den vorhandenem Zubehör nicht mehr geladen werden kann.

Apple verliert aber auch deswegen an Glanz, weil spätestens seit der Einführung des Galaxy S2 Samsung als ernsthafter Konkurrent gute Geräte bietet, die zudem preislich günstiger sind. Und es ist zu erwarten, dass das neueste Flaggschiff, das S4, ein Kaufanreiz für Technikfans werden wird. Wenn die sich nicht lieber für ein Gerät mit reinem Android-Betriebssystem von Google entscheiden und vom Vorteil einer schnellen Update-Politik und den entsprechenden Verbesserungen profitieren. Weil Konkurrenz ohnehin den Markt belebt, kann der Nutzer aus mehreren Alternativen wählen - sich gegen Apple, Samsung und Google entscheiden und sich vielleicht mit einem Ubuntu-Phone für einen absoluten Neuling entscheiden.

Mit diesem witzigen Video macht Samsung Werbung für sein neues Flaggschiff.