Bamberg
Frankenblog

Abschied in (nicht aus) Franken

Sie haben es sicher bemerkt: Meine Rückkehr blieb, ganz im Gegensatz zu Heinos, aus. Das liegt zum einen daran, dass es in Bad Staffelstein, meiner letzten Station als Volontärin, ziemlich viel zu tun gibt. Es hat aber noch einen zweiten Grund.
Franken wird mich auch in Zukunft begleiten. Foto: Michael Gründel
Franken wird mich auch in Zukunft begleiten. Foto: Michael Gründel
Ich war nämlich beschäftigt. Damit, meinen fränkischen Horizont gen Osten zu erweitern. Und somit kommen wir auch gleich zum Punkt: Dies ist der letzte Frankenblog, den Sie lesen werden, denn ich bin quasi schon weg. Nicht weg aus Franken, nein, dazu ist es hier viel zu schön, auch wenn Sie mir nie geglaubt haben, dass ich das ernst meine. Aber - und vermutlich schätzen sich bei diesem Satz jetzt viele User glücklich - weg aus Ihrem Verbreitungsgebiet, auf dem Weg Richtung Bayreuth.

Wo ist der Brezelgeschmack?

Davor muss ich aber noch kurz mit Ihnen über Brezeln reden. Denn das, was sich hier Laugenbrezel schimpft, ist ja wirklich unter aller Sau! Ich habe in den letzten zwei Jahren jede Brezel bei jedem Bäcker im Umkreis ausprobiert - aber fränkischen Brezeln fehlt irgendwie dieser typische Brezelgeschmack, der schwäbische Brezeln so lecker macht. (Was die Frage noch dringlicher erscheinen lässt, warum zum Kuckuck es in Franken fast nirgends Laugenbrötchen gibt. Worauf soll ich denn dann meine Nutella schmieren?!)

Jedenfalls habe ich mich dann vor kurzem endlich dazu durchgerungen, diese Salzbrezeln zu probieren, die keine fränkische Spezialität zu sein scheinen, die ich aber bisher nur in Franken wahrgenommen habe. Und ich muss sagen: Sie haben mich überzeugt! Zwar nicht als neue Trägerschicht für meine Nutella, aber ansonsten sind sie wirklich sehr zu empfehlen!

Das glauben Sie mir jetzt auch wieder nicht, richtig? Wenn Sie mir noch einen letzten Gefallen tun wollen, schreiben Sie mir, warum Sie mir nie geglaubt haben, dass Franken für mich eine Offenbarung war. Ich komme nunmal nicht aus dem Ruhrgebiet, wo die Leute gerüchteweise unglaublich nett sein sollen. Ich komme aus Schwaben - jenem Teil Deutschlands, der unter der Herrschaft des Kehrwoche-Schildchens steht und sogar von Bundestagsabgeordneten gemobbt wird.

Schlachtschüssel für Anfänger

Klar, mittlerweile habe ich auch in Franken unfreundliche Leute getroffen, stand um halb zehn abends vor Supermärkten, um herauszufinden, dass hier genau die Ladenöffnungszeiten gelten, die meine vorurteilsbehaftete Seite erwartet hatte, war in Gegenden, in denen ich wirklich kein einziges Wort verstanden habe, habe mir sogar eine Schlachtschüssel, zumindest von weitem, zeigen lassen. Und ich habe gelernt, dass es Markus Söder gibt.

Aber trotzdem: Franken ist ein großartiger Fleck Erde, und von einer dahergelaufenen Schwäbin brauchen Sie sich das nicht mies machen zu lassen. Außer natürlich, es geht um Laugengebäck, über das könnten Sie tatsächlich nochmal nachdenken. Und darüber, dass man in leckere Krapfen nicht dieses schreckliche Hiffenmark füllen sollte. Aber ansonsten ist mit Franken wirklich alles in bester Ordnung!

Ein letztes Mal grüßt Sie herzlich


Sarah Bernhard


P.S.: Ich danke allen, die mir über die knapp zwei Jahre treu geblieben sind und auch dann noch gelacht haben, wenn mal ein schlechter und ein Blogger-Tag zusammenfielen. Ihr habt mir einiges an Selbstvertrauen gegeben! Ich danke aber auch allen, die mich in den letzten zwei Jahren kritisiert haben. Zwar war die Kritik oft nicht sehr konstruktiv, aber gerade deshalb habe ich etwas gelernt, was ich mir nie zugetraut hätte: Ich kann die Tatsache, dass mich jemand scheiße findet, mittlerweile hinnehmen, ohne in Tränen auszubrechen. Und das ist eine Leistung, die ich Ihnen nie vergessen werde! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute, eine schöne Zeit - und recht bald ein neues Ventil zum Dampf ablassen.