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SIM-Karte

Wie die SIM bald zur e-SIM wird

Wer sich ein neues Handy oder Smartphone kauft, muss seit jeher als erstes den Akku aufladen und eine SIM-Karte einlegen. Letzteres könnte sehr bald vorbei sein. Warum? Und was bedeutet das?
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Telekom Roaming
Gerade im Ausland könnte die e-SIM nützlich sein. Einfach verreisen und vor Ort einen passenden Mobilfunktarif buchen - wenn die Netzbetreiber mitmachen. Bild: Telekom
Sie wirkt wie ein Relikt aus den 1990ern. Die Rede ist von einer kleinen Plastikkarte namens SIM, die auch heute noch in jedes Gerät eingelegt werden muss, das unabhängig von Kabel oder WLAN ins Internet möchte. Ob Handy, Smartphone, Tablet, Notebook oder sogar Autos – die SIM ist überall. Ihr Format hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Standard war lange eine größere SIM-Karte, bevor erst die Micro- und dann die Nano-SIM auf den Markt kamen. Für die Kunden bedeutet das beim Kauf eines neuen Smartphone oftmals: Eine neue Karte beantragen und dafür rund 20 Euro an den Netzbetreiber zahlen.

Auch wenn die Netzbetreiber so Geld eingesammelt haben: Die SIM an sich ist auch für sie keine Zukunftstechnologie mehr. Und die Smartphone-Hersteller sehen das genauso. 2014 hatte Apple bereits für Aufsehen gesorgt, als eine eigene SIM vorgestellt wurde, die in den USA mit den damals neuen iPad-Modellen verkauft wurde. Per Software konnte dann direkt nach dem Einschalten des Geräts ein Anbieter ausgewählt werden, gezahlt wurde über Apple. Das Unternehmen hatte dafür Verträge mit den Netzbetreibern abgeschlossen. Und hier stellt sich auch die wohl wichtigste Frage in Sachen e-SIM (embedded SIM, eingebaute SIM-Karte): Wer hat die Hoheit über sie? Kann der Kunde, wenn er einmal einen Netzbetreiber ausgewählt hat, einfach wieder wechseln? Wie sieht es mit Vertragslaufzeiten aus?

Die Telekom möchte da ganz vorne mit dabei sein. Im hauseigenen Blog hieß es in einem Artikel zum Thema e-SIM: „Wir sind überzeugt, dass der neue e-SIM-Standard ab 2016 in den Markt kommt und sich dann ab 2017 richtig durchsetzt. Die ersten Lösungen werden wohl mit Tablets angeboten, aber auch Wearables stehen in den Startlöchern.“

Der Technik-Michel meint:
Große Vorteile könnte die e-SIM bei Auslandreisen bringen, unter der Voraussetzung, dass der Anbieterwechsel oder eine Zubuchung möglich wäre. Die Tageszeitung „Die Welt“ schrieb kürzlich dazu, dass es wohl eine Gnadenfrist für die SIM-Karte geben könnte. Das hieße: Bald, vielleicht noch in 2016 oder 2017, könnten die ersten Smartphones mit einer eingebauten e-SIM erscheinen, zusätzlich aber einen klassischen SIM-Einschub mitbringen. So bekäme der Kunde das Beste aus beiden Welten.

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