Bamberg
Handys

Pures Telefon: Von der neuen Einfachheit

Eigentlich waren Handys ja mal dazu gedacht, überall telefonisch erreichbar zu sein. Entwickelt haben sie sich aber zu kleinen Taschencomputern mit Internet und mehr. Einige Hersteller setzen aktuell Gegentrends.
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Light Phone
Ziffernblock und kleines Display: Das Light Phone ist aufs Wesentliche reduziert. Bild: Light Phone
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Es heißt „The Light Phone“, kostet 100 US-Dollar und kann: Eigentlich nichts. Außer telefonieren. Es ist so groß wie eine Kreditkarte und als „Zweitgerät“ gedacht, denn gesteuert und eingerichtet wird es über eine App. Somit eignet es sich für alle, die schon ein Smartphone besitzen, aber sich nicht immer dem Druck der heutigen Multimedia- und Social-Media-Welt aussetzen wollen. Die Smartphone-App dient auch dazu, Rufumleitungen auf die Nummer des Light Phone zu erstellen – und dabei zum Beispiel nur Anrufe von Freunden oder Familienmitgliedern weiterzuleiten. Ansonsten funktioniert das Light Phone wie ein gewöhnliches Telefon, über eine Tastatur lassen sich Nummern eintippen, ein Speicher für zehn Kurzwahlen ist vorhanden. „Manchmal brauchst Du einfach nur ein Telefon“, schreibt der Hersteller auf seiner Internetseite – und setzt so einen bewussten Gegentrend zum mobilen Taschencomputer, auch bekannt als Smartphone. Entstanden ist das Light Phone aus einer Kampagne bei Kickstarter, die Auslieferung der ersten Geräte läuft gerade an.

„Einfach“-Handy aus der Schweiz
Ohne Frage ist das Light Phone optisch ein echtes Designerstück, aber lediglich ein Telefon, sogar ohne SMS-Unterstützung. Wer die möchte, findet beim Schweizer Unternehmen „Punkt.“ das MP01 Mobile Phone, allerdings zu einem fast schon unverschämt anmutenden Preis von 295 Euro. An Bord sind bei diesem Handy ein Kalender, ein Wecker und Bluetooth für die Anbindung an die Freisprechanlage im Auto. Dafür ist das Gerät wirklich ein echtes Designerstück.

Selbstverständlich sind Einfach-Handys auch deutlich günstiger zu haben. Beispiele: Die Modelle Nokia 130 und 230, zu haben für unter 30 beziehungsweise unter 70 Euro. Sie sind klassische Handys, wie sie bis zum Boom der Smartphones und der hochgerüsteten Kamera-Handys üblich waren. Für alle, die erreichbar sein und ab und an eine SMS verschicken wollen, sind die vollkommen ausreichend.

Der Technik-Michel meint:
Für Handys im klassischen Sinn gibt es zwei Käufergruppen: Diejenigen, die sich erst gar nicht mit Smartphones beschäftigen wollen und die andere Gruppe, die von den Smartphones einfach genug hat und nicht den ganzen Abend mit eingehenden Nachrichten überhäuft werden möchte. Für sie gibt es aber noch eine andere Möglichkeit: Benachrichtigungen abschalten – denn viele Smartphones bieten heute schon einen Ruhemodus, bei dem dann wirklich nur die wichtigsten Informationen „durchgestellt“ werden.

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