Bamberg
Tierschutz

Jetzt ist die Zeit, um Nistkästen zu bauen

Da die natürlichen Lebensräume für viele Vogelarten immer mehr schwinden, werden Nistkästen in unseren Gärten immer wichtiger. Jetzt ist die richtige Zeit, um solche Bruthilfen aufzuhängen.
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Ein Nistkasten für Gartenrotschwänze: Die Vögel werden es dem Aufsteller danken. Foto: FT-Archiv
Ein Nistkasten für Gartenrotschwänze: Die Vögel werden es dem Aufsteller danken. Foto: FT-Archiv
Für Vögel, die in Höhlen- und Halbhöhlen brüten, sind aufgehängte Nistkästen in unseren Gärten sehr begehrt. Ausgeräumte Landschaften, eintönige Monokulturen, chemische Schädlings- und Unkrautbekämpfung und nicht zuletzt die oft übertriebene Ordnung in öffentlichen Anlagen und privaten Gärten hat zu einer Verringerung der natürlichen Lebensräume geführt. Viele der heimischen Vogelarten sind somit in ihrem Bestand bedroht.

Zudem werden ältere Bäume in den Fluren und Gärten, die schon Höhlen in ihren Stämmen oder starken Ästen gebildet haben, immer seltener. Sie sind oft schon Relikte aus der "guten alten Zeit". Deshalb ist die beste Hilfe für die Natur immer noch die Erhaltung oder Schaffung von vielfältigen Strukturen. Das Angebot an künstlichen Nisthilfen kann dabei eine nicht zu unterschätzende Hilfe sein.

Beim Aufhängen der Brutkästen sollte darauf geachtet werden, dass eine geeignete Umgebung mit Sträuchern und Bäumen vorhanden ist. Diese sorgen für die Deckung und helfen bei der Nahrungssuche. Eine Meisenfamilie benötigt bei einer zweimaligen Brut im Jahr über einen Zentner Insekten sowie deren Larven und Puppen.

Weder pralle Sonne noch Schatten

Wenn man im Herbst und Winter schon Nistkästen aufhängt, so werden sie von Höhlenbrütern bereits als Schutz genutzt und somit mit großer Wahrscheinlichkeit zum Brüten im Frühjahr oder Sommer angenommen. In der Zeit des Brutgeschäftes und bei der Aufzucht der Jungvögel ist es gut, wenn das Nistgerät weder den ganzen Tag im vollen Sonnenlicht, noch ganztägig im tiefen Schatten hängt. Eine Anbringung in etwa 2,50 bis drei Meter Höhe ist meistens ideal, da man dann die Nistkästen noch mit einer mit einer kleinen Stehleiter erreichen kann. Nur Starenkästen sollten noch höher hängen, da hier ein freier Anflug von oben wichtig ist.

Zum Befestigen in Bäumen nimmt man Drahtbügel oder Aluminium-Nägel. Dabei ist auch darauf zu achten, dass die Kästen nicht so sehr im Wind schaukeln. Dornenzweige können Katzen das Hochklettern eines Baumstamms vermiesen.

Jetzt im Winter ist eine gute Zeit, Nistgeräte zu basteln. Dies kann schon mit einfachen Werkzeugen gelingen. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder gern beim Basteln helfen. Die Nistgeräte sollen aus Weichhölzernen wie Grauerle, Kiefer, Fichte und Tannenholz sowie Holzbeton bestehen und keinesfalls aus Spanplatten oder Sperrholz gefertigt sein. Ideal ist eine Bretterdicke von zweieinhalb ein bis drei Zentimeter. Die Wände dürfen innen nicht gehobelt sein, damit sich die Vögel daran festhalten können. Die Befestigung der einzelnen Teile sollte besser mit Schrauben, als mit Nägeln erfolgen. Im Boden sorgen kleine Bohrlöcher dafür, dass der Feuchtigkeit ablaufen kann und somit das Nest trocken bleibt.

Unterschiedliche Fluglochgrößen

Blau-, Sumpf- und Tannenmeisen benötigen eine Fluglochgröße von 26 bis 27 Millimeter. Kohlmeisen, Trauerschnäpper, Kleiber und Sperlinge dagegen brauchen eine Öffnung von 32 bis 34 Millimeter, bei Starem sind es 45 Millimeter. Werden mehrere Nisthilfen für Kleinhöhlenbrüter angebracht, so sollten zwei Drittel der Brutkästen mit dem größeren Flugloch und ein Drittel mit dem kleineren Durchmesser versehen sein. Das Flugloch sollte möglichst in Richtung Osten-Südosten und nie zur Wetterseite zeigen. Eine Bohrung leicht schräg nach oben weist Feuchtigkeit ab.

Es gibt viele Vogelarten, die nur in Halbhöhlen brüten würden. Dazu zählen der Hausrotschwanz, die Bachstelze und der Grauschnäpper. Diese wollen den Garten im Blick haben. Besonders Halbhöhlen sind so anzubringen, dass sie nicht von Katzen und Mardern erreicht werden können. Nisthilfen gibt es aber auch für Schleiereulen, Steinkäuze, Mauersegler und Schwalben. Bastelanleitungen für die verschiedenen Kästen sind beim Landesbund für Vogelschutz oder den einzelnen Kreisgruppen zu beziehen.

Ein eigener Vogelkasten, der auch noch angenommen wird, kann für ein Kind der Anfang einer großen Liebe zur Natur sein. Mit der heutigen Technik ist es sogar möglich, in einen höher gebauten Nistkasten eine Infrarotkamera einzusetzen. Dann kann man eine Meisenfamilie über einen Sender online erleben. Es ist unglaublich, wie schlau und fürsorglich die Vogeleltern beim Brüten und Füttern sind. Dies zu beobachten, ist faszinierend und vermittelt einen besonders nachhaltigen Eindruck.
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