Wetzlar
Fotografie

Eine Digitalkamera ohne Display

Schon mehrfach spielte das deutsche Traditionsunternehmen Leica hier im Blog eine Rolle. Warum? Weil nach einigen Jahren Stillstand zurzeit wieder viel von Leica zu hören ist. Nun kommt eine neue Digitalkamera der etwas anderen Art auf den Markt.
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Leica M-D
Die Leica M-D kommt ohne Display. Bild: Leica
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„Leica steht wie kein anderer Kamerahersteller für die Konzentration aufs Wesentliche“, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. In den vergangenen Jahren war es nicht immer einfach, Kameras zu verkaufen, besonders durch die wachsende Konkurrenz aus Asien. Nachdem aber mittlerweile selbst die dortigen Hersteller stark unter der Smartphone-Konkurrenz leiden, fokussiert sich Leica wieder vornehmlich auf Fotoprofis. Der Gipfel dieser Entwicklung ist aktuell die Kamera Leica M-D. Sie kommt ohne Display, ohne Menüführung – und damit auch ohne die Möglichkeit, das geschossene Foto im Nachhinein zu betrachten. Auch die Bedienelemente kommen vollkommen analog, das sind im Einzelnen der Auslöser, ein Einstellrad für die Belichtungszeit sowie eines für die Lichtempfindlichkeit. Statt des Displays sitzt auf der Rückseite der Kamera ein großes Drehrad für die ISO-Werte. Blende und Entfernung stellt der Nutzer am Objektiv ein.

Die technischen Daten der Kamera entsprechen denen der Messsucherkamera Leica M: Die Leica M-D hat einen Vollformat-CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 5.976 x 3.992 Pixeln, das entspricht 24 Megapixeln. Die Bilder werden im DNG-Format gespeichert, also nicht im üblichen JPG-Format. Was die Kamera nicht beherrscht ist die Videoaufzeichnung – Fotografie soll im Mittelpunkt stehen.

Gekauft werden kann die Kamera ab sofort. Mit einem Preis von etwa 6.000 Euro ist sie aber ein absolutes Liebhaberstück, eben eine „analoge Digitalkamera“. Wer übrigens auf Spezielles steht, findet bei Leica noch weitere derartige Produkte, zum Beispiel die Leica M Monochrom, die nur Schwarz-Weiß-Bilder aufnimmt.

Der Technik-Michel meint:
Auch wenn Leica mit seinen Produkten längst aus dem Massenmarkt verschwunden ist: Der Weg ist genau der richtige. Sich spezialisieren und einen ganz bestimmten Kundenkreis ansprechen. Denn etwas Anderes ist für ein derart kleines Unternehmen mit einer Produktion größtenteils in Deutschland gar nicht mehr möglich. 

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