Kulmbach

Burger wachsen nicht im Beet

Warum wächst Gemüse im Garten, fertiges Fastfood aber nicht? Eine philosophische Frage, auf die man erst mal kommen muss.
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Ein Garten macht immer auch Arbeit, vor allem dann, wenn man dort auch etwas ernten möchte. Das ist nicht jedermanns Sache. Foto: Dagmar Besand
Ein Garten macht immer auch Arbeit, vor allem dann, wenn man dort auch etwas ernten möchte. Das ist nicht jedermanns Sache. Foto: Dagmar Besand
"Was buddelst du denn da schon wieder?" Meine bessere Hälfte steht neben mir und schüttelt verständnislos den Kopf. Ich - in Arbeitshosen, verschwitzt, Haare hochgesteckt - hocke gerade im Kartoffelbeet, sehe aus wie ins Grün eingewachsen und lockere den Boden zwischen den Pflanzen, damit Quecken und Winden sich nicht hemmungslos ausbreiten können.

Das Ganze scheint mir auch noch Spaß zu machen, was den Herrn der Schöpfung irritiert. Sich im Garten dreckig zu machen, ist nicht das, was er unter Entspannung versteht. Da putzt er lieber freiwillig die Fenster - eine Beschäftigung, die ich wiederum nicht leiden kann. Arbeitsteilung.

Grundsätzlich findet mein Mann unseren Garten schon toll. Er freut sich, dass er mit der Zeit immer schöner wird - mit vielen gemütlichen Plätzen. Sich den Salat, Beeren, Kräuter und Kartoffeln, Möhren und Erbsen direkt aus dem Beet holen zu können, kommt ihm als ambitioniertem Hobbykoch ebenfalls entgegen.

Zu gesund darf das Essen freilich nicht sein, und so wäre der Mann kein Mann, wenn es ihn nicht zwischendurch nach Burgern, Currywurst und Pizza gelüsten würde. Nur wachsen die blöderweise nicht im Beet. An sowas hat die Natur einfach nicht gedacht. "Wenn es Burger-Pflanzen und Würstchen-Büsche gäbe, dann hätte ich längst mein eigenes Beet. Ich würde dort sogar Unkraut zupfen", erklärt der Möchtergern-Fastfood-Gärtner großspurig.

Das würde ich tatsächlich gerne sehen! Wird aber wohl nicht passieren. Realistisch ist, dass wir bei der bisherigen Essensarbeitsteilung bleiben: Er brutzelt den Burger, und ich kümmere mich darum, dass immer genug Salatblätter da sind - und Kartoffeln für die Pommes.
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