Berlin
Ansteckungsrisiko

Infektionsgefahr: Zuwachs tausender Syphilis-Patienten

Die Geschlechtskrankheit Syphilis wurde in den 80er Jahren durch HIV und Safer Sex zurückgedrängt. Nun ist wieder ein deutlicher Anstieg der Erkrankung zu erkennen. Besonders Homosexuelle sind betroffen.
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Die Zahl der Syphilis-Erkrankten nimmt zu. Im Jahr 2017 gab es einen Anstieg von 4,2 Prozent. Symbolbild: PD Dr. Annette Moter/Charite-Universitätsmedizin Berlin
Die Zahl der Syphilis-Erkrankten nimmt zu. Im Jahr 2017 gab es einen Anstieg von 4,2 Prozent. Symbolbild: PD Dr. Annette Moter/Charite-Universitätsmedizin Berlin

Wie das Robert-Koch-Institut berichtet , steigt die Zahl der Syphilis-Infektionen weiterhin an. Rund 7.500 Fälle wurden im vergangenen Jahr in Deutschland gemeldet. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Anstieg von 4,2 Prozent. Besonders betroffen sind Städte wie Berlin und Hamburg bei denen laut Bericht überdurchschnittlich viele Einwohner an dem Virus erkrankten.

Seit 2010 beobachten die Experten den kontinuierlichen Anstieg. Dabei ist aufgefallen, dass homosexuelle Männer häufig das Virus aufweisen. Grund dafür sei der Kondom-Verzicht beim Sex unter Männern. Das komme auch bei wechselnden Partnern vor.

Insbesondere in den 80er Jahren war die bakterielle Infektion mit der Ausbreitung von HIV/Aids und Safer Sex zurückgedrängt worden. Inzwischen ist eine HIV-Infektion wie eine chronische Krankheit behandelbar, wenn auch nicht heilbar.

Doch nicht nur in Deutschland ist ein Anstieg klar erkennbar, auch international nimmt die Zahl der Syphilis-Erkrankten zu. Experten des Robert-Koch-Instituts fordern deshalb einen Ausbau für die Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnostik und Therapie.

Symptome

Bei einer Infektion durchlebt der Erkrankte vier Phasen. Zu Beginn bilden sich schmerzlose, gerötete Schleimhautgeschwüre, die mit einer farblosen Flüssigkeit befüllt sind. Da die Flüssigkeit besonders viele Syphiliserreger enthält, sind Patienten im ersten Stadium sehr ansteckend. Nach vier bis sechs Wochen bilden sich die Geschwüre zurück und das zweite Stadium, dass sich wie eine Grippe anfühlt, wird eingeleitet. Hier leiden Patienten unter Müdigkeit, Gliederschmerzen oder sonstigen grippeartigen Symptomen. Anschließend äußert sich die Krankheit mit roten Flecken am Körper und Haarausfall. Danach kommt es zu einem langanhaltenden Stillstand.

Nach drei bis fünf Jahren hat sich das Virus im ganzen Körper ausgebreitet und ihn befallen. Nun bilden sich im Körper infektiöse Knoten, die zu Leberentzündungen oder zu einer geschädigten Nasenscheidewand führen können. Die letzte Phase bricht nach zehn bis zwanzig Jahren aus. Hier wird sowohl das Gehirn, als auch die Gelenke und Muskeln beschädigt.

Bislang wird Syphilis nur bei einem Bruchteil der Patienten frühzeitig erkannt. Deshalb sollten diagnostizierte Syphilis-Patienten ihre Sexualpartner warnen. Hierfür gibt es auch eine anonyme Möglichkeit über das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin Personen per SMS oder Email zu kontaktieren.