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München
Demonstration

Hungerstreik dauert an - Asylbewerber in kritischem Zustand

Der Hunger- und Durststreik von Asylbewerbern mitten in München ruft die Politik auf den Plan. Die Staatsregierung will nach einer Lösung suchen.
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Sanitäter transportieren einen Hungerstreikenden in München auf einer Trage ab, der mit etwa 70 weiteren Menschen ohne zu essen und trinken für die Anerkennung ihrer Asylanträge kämpft. Mehrere Demonstranten wurden zuvor bereits ins Krankenhaus gebracht. Foto: Peter Kneffel/dpa
Sanitäter transportieren einen Hungerstreikenden in München auf einer Trage ab, der mit etwa 70 weiteren Menschen ohne zu essen und trinken für die Anerkennung ihrer Asylanträge kämpft. Mehrere Demonstranten wurden zuvor bereits ins Krankenhaus gebracht. Foto: Peter Kneffel/dpa
Die Lage der hungerstreikenden Asylbewerber am Münchner Rindermarkt wird immer kritischer. Seit einer Woche verweigern sie die Nahrungsaufnahme, seit Dienstag trinken sie nichts mehr. Am Freitagabend seien 13 Asylbewerber kollabiert und teilweise mit Nieren- und Lungenproblemen in Kliniken gebracht worden, sagte ihr Sprecher am Samstag. Ein Asylbewerber habe beinahe einen Herzinfarkt erlitten. Mehrere sind dem Sprecher zufolge nach der Behandlung ins Zeltlager zurückgekehrt und streiken weiter.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich jetzt in den Fall eingeschaltet. Für Samstagmittag (14 Uhr) berief er ein Treffen mit Innenminister Joachim Herrmann und Sozialministerin Christine Haderthauer (beide CSU) in der Staatskanzlei ein. Auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der bei der Landtagswahl im September als SPD-Spitzenkandidat gegen Seehofer antritt, sei eingeladen worden.
"Es ist eine schwierige Situation", sagte Seehofer am Rande des Bezirksparteitags der schwäbischen CSU in Mindelheim. "Wir müssen die Situation besprechen."

Die rund 50 Asylbewerber wollen den trockenen Hungerstreik fortsetzen, bis ihre Asylanträge erfüllt sind. Am Freitag drohten sie mit Selbstmord nach dem Vorbild des RAF-Terroristen Holger Meins. Meins war 1974 an den Folgen eines Hungerstreiks im Gefängnis gestorben. dpa
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