Erlangen
Medizin

Hoffnung für Krebspatienten

Das Deutsche Zentrum für Immuntherapie wurde gestern offiziell in Erlangen eröffnet.
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Die Professoren Markus Neurath (links) und Georg Schett fungieren als Sprecher des "Deutschen Zentrums Immuntherapie".Matthias Hoch
Die Professoren Markus Neurath (links) und Georg Schett fungieren als Sprecher des "Deutschen Zentrums Immuntherapie".Matthias Hoch
Entzündliche Erkrankungen wie Asthma, Schuppenflechte, Rheuma, Multiple Sklerose oder Morbus Crohn sind auf dem Vormarsch. Allein von Asthma und Schuppenflechte seien deutschlandweit sechs Millionen Menschen betroffen, erklärte Professor Markus Neurath gestern bei der Eröffnung des Deutschen Zentrums Immuntherapie (DZI) in Erlangen. Ziel der neuen Einrichtung ist die gezielte Bekämpfung von Krebs- und Entzündungserkrankungen. Dazu werden am DZI die Kompetenzen etablierter Forschungsinstitute gebündelt, um hier gezielt Immuntherapien für die Patienten anzuwenden, aber auch weiterzuentwickeln.

Gerade in den letzten zehn Jahren habe die Medizin gehörige Fortschritte gemacht. Galt noch im Jahr 2008 die Darmerkrankung Morbus Crohn als katastrophale Diagnose, kann heute in 50 bis 60 Prozent der Fälle gut geholfen werden, versichert Neuraths Kollege Georg Schett. Fortschritte gibt's auch bei der Krebsbekämpfung. Wichtig bei jährlich 450 000 Neuerkrankungen. So kann Leukämie mithilfe programmierter Immunzellen inzwischen in vielen Fällen bereits besiegt werden. In der Immuntherapie gelten die Erlanger Mediziner bundesweit als führend. Deshalb jetzt auch das DZI, in dem mehrere hundert Wissenschaftler patientenorientiert forschen. Auch ein Alleinstellungsmerkmal der neuen Erlanger Einrichtung.

Weil so die neuesten Forschungsergebnisse unmittelbar auf den Patienten übertragen werden können. In interdisziplinärer Zusammenarbeit verschiedenster Fachrichtungen wird so am DZI eine individuelle, gezielte Immuntherapie ermöglicht. Was wichtig sei, so der in Erlangen ebenfalls anwesende Nobelpreisträger Harald zur Hausen. Weil die Anzahl von Krebserkrankungen weltweit weiter zunimmt.

DZI-Hotline

Für Patienten wurde jetzt eine DZI-Hotline eingerichtet.
Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen:
Tel.09131/85-40333

In Krebsfällen:
Tel. 09131/85-44944
Beide Nummern sind von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr erreichbar.
Weitere Infos:
www.dzi.live.de


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