Laden...
München
Landtagswahl

Hintergrund: Das Landtagswahlrecht in Bayern

Bei der Landtagswahl in Bayern hat jeder Bürger zwei Stimmen. Anders als in vielen anderen Ländern werden aber Erst- und Zweitstimmen addiert und in Mandate umgerechnet - auch die Erststimme entscheidet also maßgeblich über die Sitzverteilung mit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das bayerische Landtagswahlrecht unterscheidet sich stark von dem anderer Landtagswahlen und der Bundestagswahl. Foto: dpa
Das bayerische Landtagswahlrecht unterscheidet sich stark von dem anderer Landtagswahlen und der Bundestagswahl. Foto: dpa
Mit der Erststimme können die Wähler in den 90 Stimmkreisen ihre jeweiligen Direktkandidaten bestimmen. Sieger ist, wer die meisten Stimmen bekommt, die einfache Mehrheit reicht. Voraussetzung für einen Einzug des Bewerbers in den Landtag ist allerdings, dass seine Partei landesweit mindestens fünf Prozent aller gültigen Stimmen erhält.

Die Zweitstimme gilt der Liste - wobei die Parteien nicht landesweit mit einer Bayern-Liste antreten, sondern mit bis zu sieben selbstständigen Listen in den sieben Regierungsbezirken.

Auch die Zweitstimme ist personenbezogen: So muss nicht eine Partei oder Gruppierung insgesamt angekreuzt werden, sondern es kann auch ein einzelner Kandidat ausgewählt werden - egal, auf welchem Listenplatz er steht.
Damit können die Wähler die von den Parteien vorgegebene Reihenfolge auf den Listen gehörig durcheinanderwirbeln.

Insgesamt werden 90 Direkt- und 90 Listenmandate vergeben. Der Landtag kann aber am Ende auch mehr als 180 Mitglieder haben - durch sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate: Wenn einer Partei mehr Direktmandate zufallen, als ihr nach dem Stimmenverhältnis eigentlich zustehen würden, werden diese für die anderen Parteien kompensiert.

Nach der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte es deshalb insgesamt 187 statt 180 Mandate gegeben. dpa