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Anreiz

High für die Umwelt: Deutscher Hostelbesitzer belohnt Müllsammler mit Joints

"Joints gegen Müll" - so simpel ist die Idee eine deutschen Hostelbesitzers auf Jamaika. Weil an den Stränden der Republik immer mehr Müll auftaucht und sich niemand darum kümmert, bläst der Auswanderer zum Gegenangriff. Und hat damit Erfolg.
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Auf Instagram wirbt das Hostel mit der Müllsammel-Aktion. Er erntet regen Zuspruch.  Foto: Screenshot instagram.com/germaicanhostel
Auf Instagram wirbt das Hostel mit der Müllsammel-Aktion. Er erntet regen Zuspruch. Foto: Screenshot instagram.com/germaicanhostel

Ein deutscher Hostelbesitzer auf der Trauminsel Jamaika hat die Nase voll von zu viel Müll. Deshalb hat er sich eine innovative Methode ausgedacht, um weitere Mitmenschen zum Müll-Aufsammeln zu animieren. Für jeden Eimer voller Müll spendiert der Umweltfreund einen Joint gratis.

Deutscher Auswanderer auf Jamaika: Zu viel Müll trübt Freude im Paradies

Der deutsche Auswanderer Marian Erbach lebt mit seiner Freundin Jessica und seiner kleinen Tochter Lou auf Jamaika. Anfang 2014 hat er sich mit der Eröffnung seines "Germaican Hostel" in Strandnähe einen Lebenstraum erfüllt. Seitdem bewirtet und beheimatet er dort Backpacker und Urlauber, die eine entspannte Zeit im Paradies verbringen möchten. Das Hostel liegt im Nord-Osten Jamaikas, oberhalb der Stadt Port Antonio.

Trotz der alltäglichen Traumkulisse am Strand begann Marian eine Sache schnell zu stören. Mit der Zeit stellte er fest, dass immer mehr Müll an den Strand angespült bzw. von den Badegästen dort hinterlassen wird. Das will er so nicht weiter stehen lassen und bläst zum Gegenangriff.

Joint für Müll: Marian entwickelt neue Strategie gegen den Müll

"Die Idee dazu kam auf natürliche Weise, denn der Müll ist überall", sagt der Auswanderer im Interview mit dem Nachrichtenportal "TAG24". "In letzter Zeit habe ich sehr viel zum Thema Müll und vor allem Plastikmüll recherchiert. Dabei bin ich häufiger auf Bilder gestoßen, auf denen stand: 'free coffee for bucket full trash' (zu deutsch: "ein Beutel voll Müll für einen Kaffee umsonst")."

Um die Idee auf Jamaika zum Erfolg zu bringen, bedurfte es nur einen kleinen Tausch. Jessica, Marians Freundin, gab den entscheidenden Hinweis und schlug vor, statt Gratis-Kaffee einfach Gratis-Joints zu verteilen. In Windeseile wurde die Idee zum Renner.

Joints als Anreiz: Idee schlägt ein wie eine Bombe

Mit zwei großen Gläsern voller fertiggedrehter Joints und einem Plakat mit dem Slogan "1 free spliff for a full bucket trash" (zu deutsch: "ein Joint für einen Eimer voll Müll"), machte sich Marian zur Strandbar eines Kumpels auf und startete seine Aktion. "Gleich in der ersten halben Stunde, als das Schild hing, hat schon jemand Müll gesammelt", erzählt der Auswanderer.

Für die Jamaikaner gehört Marihuana zum Alltag. "Es wird hier nicht als Droge gesehen und wurde auch 2015 dekriminalisiert", erklärt Marian die günstigen Umstände. Er wolle mit seinen "Joints for free" einfach helfen, die Strände sauber zu halten. "Wir alle wollen doch eine saubere Welt in der wir uns wohlfühlen. Nur leider braucht es eben einen kleinen Anreiz, in unserem Fall Joints, damit man die Leute mobilisiert."

Fridays for Future: Schulschwänzer-Eltern bekommen Bußgeldbescheid

Andere Menschen müssen für ihrem Kampf für die Umwelt dagegen blechen: Weil ihre Kinder unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben sind, haben Eltern aus Mannheim einen Bußgeldbescheid bekommen. Sie zeigen sich fassungslos und berufen sich auf die Namensgeber der Schule: die Geschwister Scholl.