Elf Feldhasen pro Quadratkilometer haben die Jäger auf Deutschlands Feldern und Wiesen im letzten Jahr im Schnitt gezählt. Insgesamt schätzen Experten die Zahl der Feldhasen in Deutschland auf zwei bis drei Millionen.

Dabei sind die Bestände nicht stabil: Besonders das nasskalte Wetter im Frühjahr 2016 hatte vor allem Junghasen mancherorts schwer zugesetzt. "Besonders drastisch waren die Verluste in den Mittelgebirgslandschaften im Osten und Westen", sagte Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbandes (DJV). "Für den kaum geschützt auf freiem Feld in einer Erdmulde geborenen Nachwuchs ist die Kombination von Nässe und Kälte besonders ungünstig", fuhr Reinwald fort.


Umgang mit Jungtieren

Tatsächlich sitzen die Jungtiere oft alleine unter einem Busch oder auf einer Wiese. Doch in den meisten Fällen sind die jungen Häschen nicht in Gefahr. Die Tiere mitzunehmen, weil man ihnen helfen möchte, sei deshalb keine gute Idee. "Viele junge Hasen sind gar nicht von ihrer Mutter verlassen worden, auch wenn sie alleine irgendwo sitzen", sagt Expertin Andrea Borowitz. Kleine Hasen blieben einfach früh allein. Ihre Mutter komme aber immer wieder, um ihnen Milch zu geben. Deshalb sollte man einen jungen Hasen auf keinen Fall mitnehmen.

Auch einen jungen Hasen zu berühren, sei keine gute Idee, erklärt die Expertin. Denn dadurch bekomme er einen anderen Geruch. Das führe unter Umständen dazu, dass seine Mutter ihm keine Milch mehr gibt und er stirbt.

Hat jemand aber einen jungen Hasen erst einmal mitgenommen, ist es schwierig, ihn wieder zurück zu bringen. Oft werden solche Tiere dann in speziellen Stationen aufgezogen. Dort leben sie in Gehegen. Pfleger geben ihnen mehrmals täglich eine besondere Milch. Zudem reinigen die Pfleger die Gehege der Tiere. Sind die Tiere groß genug und fit, dürfen sie zurück in die Natur.