Villingen-Schwenningen
Ermittlungen

Handgranate auf Asylheim: Polizei ermittelt in Rockerszene

Nach dem Handgranatenanschlag auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen steht auch die Rockerszene im Fokus.
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Kriminalbeamte der Spurensicherung untersuchen in Villingen-Schwenningen vor einer Flüchtlingsunterkunft den Tatort. Foto: Patrick Seeger/dpa
Kriminalbeamte der Spurensicherung untersuchen in Villingen-Schwenningen vor einer Flüchtlingsunterkunft den Tatort. Foto: Patrick Seeger/dpa
Die Polizei vermutet nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, dass die vier am Dienstag festgenommenen Männer der regionalen Rockerszene angehören, mit der es schon seit Jahren Probleme gibt.

Die vier Verdächtigen sind zwischen 22 und 37 Jahre alt. Ob es sich bei dem Anschlag um eine persönliche Abrechnung wegen möglicher Schulden oder um Machtkämpfe im Sicherheitsbereich handelt, wird untersucht.

Die jugoslawische Granate vom Typ M52, eine Kriegswaffe, war Ende Januar auf das Gelände der Erstaufnahmestelle in Baden-Württemberg geworfen worden und neben einem Container des Sicherheitsdienstes gelandet. Sie explodierte nicht, Verletzte gab es nicht. Ein fremdenfeindliches Motiv hatte die Polizei ausgeschlossen.

Die Rockerszene in Baden-Württemberg ist so breit aufgestellt wie in keinem anderen Bundesland. Rund 80 Niederlassungen von Rockergruppen und rockerähnlichen Gruppierungen mit mehr als 2400 Mitgliedern gibt es im Südwesten nach Angaben des Innenministeriums. Die meisten Rocker entfallen auf die Ableger der vier großen Gruppen Bandidos, Gremium, Hells Angels und Outlaws.