Fuldabrück
Leichenfund

Kinderleiche in der Fulda entdeckt - ist es die seit Februar vermisste Fünfjährige?

In Hessen war im Februar ein fünfjähriges Mädchen von einem Spielplatz verschwunden. Die Suche nach Kaweyar blieb zunächst erfolglos. Am Montag wurde nun eine Kinderleiche in der Fulda gefunden. Laut Kriminalpolizei handelt es sich wohl um die Vermisste.
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Am Ufer des Flusses Fulda in Hessen: Bei einer Suchaktion hat die Polizei im Wasser eine Kinderleiche gefunden. Es handelt sich vermutlich um ein seit Februar vermisstes fünfjähriges Mädchen. Foto: Polizeipräsidium Nordhessen/dpa
Am Ufer des Flusses Fulda in Hessen: Bei einer Suchaktion hat die Polizei im Wasser eine Kinderleiche gefunden. Es handelt sich vermutlich um ein seit Februar vermisstes fünfjähriges Mädchen. Foto: Polizeipräsidium Nordhessen/dpa

Bei einer Suchaktion im nördlichem Hesse ist die Leiche eines Kindes entdeckt worden. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um ein fünfjähriges Mädchen, das vor vier Monaten von einem Spielplatz in Guxhagen verschwunden war. Die teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Kassel mit. Eine rechtsmedizinische Untersuchung der Leiche, die in dem Fluss Fulda entdeckt wurde, stehe allerdings noch aus.

Angesammeltes Treibgut führt zu intensiver Suche

Am Montag sei noch einmal gezielt im Fluss Fulda im Bereich Fuldabrück-Bergshausen bei Kassel nach der Fünfjährigen gesucht worden. Dort hatte sich am Pfeiler einer Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer Treibgut angesammelt. Dabei sei schließlich der Leichnam von Kaweyar entdeckt worden. Ermittler der Kriminalpolizei hätten sie vorläufig identifiziert. Das Mädchen sei mit "hoher Wahrscheinlichkeit" in Guxhagen in die Fulda geraten, erklärte die Polizei.

Die Fünfjährige war seit dem 17. Februar, ihrem Geburtstag, vermisst worden. Sie war zuletzt auf einem Spielplatz gesehen worden, der sich nicht weit entfernt von der Fulda befindet. Ihre Mutter hatte sie aus den Augen verloren. Das Mädchen konnte sich nach früheren Polizeiangaben wegen einer leichten Behinderung nur eingeschränkt orientieren.

Ermittler vermuteten Sturz ins Wasser

Die Ermittler hatten von Anfang an vermutet, dass das Kind einer Flüchtlingsfamilie ins Wasser gefallen war. Mehrere Suchaktionen, darunter auch mit Leichenspürhunden und Spezialbooten, waren allerdings ohne Erfolg geblieben. Zeitweise waren mehrere Hundert gleichzeitig im Einsatz gewesen, um das Mädchen zu finden.

Ihr Schicksal hatte in Hessen Erinnerungen an den Fall Aref geweckt. Der Fünfjährige verschwand am 4. April 2016 von einem Spielplatz in Wanfried im Werra-Meißner-Kreis und wurde bis heute nicht gefunden. Möglicherweise fiel er in die Werra und ertrank.

Die Gemeinde Guxhagen drückte am Dienstag ihr "tiefes Mitgefühl" für den Tod des Mädchens aus. Zumindest sei die Ungewissheit über den Verbleib nun beendet. So traurig es auch sei, "aber die Eltern haben nun Klarheit, was mit ihrer Tochter geschehen ist", sagte der Büroleiter der Gemeinde, Frank Jacob, der Deutschen Presse-Agentur.

Gerüchte um Gewaltverbrechen machten die Runde

In der 5400-Einwohner-Gemeinde machten nach dem Verschwinden des Mädchens verschiedene Theorien die Runde. Auch die Rede von einem Gewaltverbrechen ging um. Was das Verschwinden zudem so rätselhaft machte: Ein spurloses Verschwinden in der Fulda sei ungewöhnlich, weil dort ins Wasser gefallene Menschen eigentlich irgendwann immer wieder auftauchten, sagte Bürgermeister Edgar Slawik (parteilos). Zudem sei das Wasser nahe des Spielplatzes knietief. Und wer da hineinfalle, schreie. "Doch das ist alles nicht beobachtet worden."

Der Fundort des Kindes liegt rund zehn Flusskilometer weiter, wie ein Polizeisprecher schätzte.

Vermisstensuche: Hier geht es zu den Infos, was bei einer Vermisstenanzeige zu tun ist.