Bamberg
Bundesregierung

GroKo, Neuwahlen oder Minderheitsregierung? Das wünschen sich die inFranken.de-Leser

Die Jamaika-Verhandlungen sind gescheitert. Wie soll es jetzt weiter gehen? Das haben wir die inFranken.de-Nutzer gefragt. Hier das Ergebnis der Umfrage.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Foto vom 23.10.2017 in Berlin zeigt den Plenarsaal vor der konstituierenden Sitzung des Bundestages am 24.10.2017 mit den neu hinzu gekommenen Parteien FDP und AFD. Die Platzverteilung der Fraktionen: (l-r) Die Linke, SPD, Bündnis90/Die Grünen, CDU/CSU, FDP und AfD. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Das Foto vom 23.10.2017 in Berlin zeigt den Plenarsaal vor der konstituierenden Sitzung des Bundestages am 24.10.2017 mit den neu hinzu gekommenen Parteien FDP und AFD. Die Platzverteilung der Fraktionen: (l-r) Die Linke, SPD, Bündnis90/Die Grünen, CDU/CSU, FDP und AfD. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die FDP hat am späten Sonntagabend die Jamaika-Sondierungen abgebrochen. Auf dem Verhandlungstisch habe am Ende im wesentlichen "ein ambitionsloses "Weiter so" auf dem Kurs der Großen Koalition" gelegen, gespickt mit zahlreichen Wünschen der Grünen, begründete FDP-Chef Christian Lindner den Sc hritt seiner Partei, für den es von Seiten der übrigen Verhandlungspartner nur wenig Verständnis und zum Teil harsche Kritik gab.

Spannend ist aktuell vor allem die Frage: Wie soll es jetzt weitergehen? Diese Frage haben wir am Montag den inFranken.de-Nutzern gestellt und sie über die möglichen Szenarien abstimmen lassen. Zur Auswahl standen: Trotz Abbruch eine Fortsetzung beziehungsweise Wiederaufnahme der Jamaika-Sondierungsgesprächen, eine Große Koalition zwischen Union und SPD, eine Minderheitsregierung bestehend aus Union und FDP, eine Minderheitsregierung bestehend aus Union und den Grünen oder Neuwahlen.


Umfrage-Ergebnis: inFranken.de-Leser wollen Neuwahlen

Insgesamt 1356 Stimmen wurden von unseren Nutzern bis Dienstagfrüh abgegeben. Auf den ersten Blick wird klar: Eine überwiegende Mehrheit von knapp 60 Prozent (genau 59,96 Prozent) wünscht sich Neuwahlen.

Alle anderen Antwortmöglichkeiten fallen deutlich ab, fanden jeweils zwischen acht und zehn Prozent Unterstützer. Dass CDU/CSU, FDP und Grüne sich zusammenreißen und eine Jamaika-Koalition bilden sollen , wünschen sich 11,72 Prozent. 11,06 Prozent sprechen sich für eine schwarz-gelbe Minderheitsregierung aus. 9,22 Prozent sehen die SPD nun in der Pflicht und plädieren für eine Große Koalition. Lediglich 8,04 Prozent sprechen sich für eine Minderheitsregierung aus CDU/CSU mit den Grünen aus.


Politbarometer: Zwei Drittel bedauern Scheitern von Jamaika


Die inFranken.de-Umfrage deckt sich in etwa mit der Stimmung im ganzen Bundesgebiet, wenn man den Zahlen des ZDF-Politbarometers glauben kann - zumindest was Neuwahlen betrifft. Wenn sich die Deutschen zwischen Neuwahlen, Minderheitsregierung oder großer Koalition entscheiden könnten, würden sie sich laut Politbarometer am ehesten für Neuwahlen aussprechen. 51 Prozent befürworten Neuwahlen, 43 Prozent sind dagegen.

Eine große Koalition von Union und SPD fänden 48 Prozent der Deutschen gut, 46 Prozent wollen sie nicht. Allerdings hat die SPD eine Wiederauflage bereits abgelehnt. Nur 30 Prozent der Befragten sind für eine von Union geführte Minderheitsregierung. 64 Prozent lehnen das ab.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, dann glauben 40 Prozent, dass diese vor allem der AfD nützen würden. 39 Prozent glauben, dass vor allem CDU und CSU Einbußen hinnehmen müssten.

Laut Politikbarometer bedauern außerdem zwei Drittel der Deutschen den Abbruch der Sondierungen für ein schwarz-gelb-grünes Bündnis. 64 Prozent hätten gern eine Jamaika-Koalition gesehen, 21 Prozent sind froh über das Scheitern, teilte das ZDF am späten Montagabend mit.

 

55 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die FDP Schuld daran sei. 39 Prozent sehen bei den Grünen die Hauptverantwortung, 37 Prozent bei der CSU und 34 Prozent bei der CDU. Hier hatte die Mannheimer Forschungsgruppe mehrere Antworten zur Auswahl gestellt. ak/dpa