Wenn Alexis Tsipras eines nicht fehlt, ist es Selbstbewusstsein. Griechenland droht zwar die Staatspleite, aber der neue Regierungschef vermittelt am Montag öffentlich nicht den Eindruck übermäßiger Sorge. Locker, ohne Krawatte (wie er seit seiner Wahl vor acht Wochen nicht anders zu sehen war), und strahlend steht er im Kanzleramt neben Angela Merkel. Das schöne Wetter sei ein Mitbringsel aus Griechenland, scherzt er, und hofft auf ein entsprechend schönes Klima in den Beziehungen zu Deutschland. Am Ende der Pressekonferenz mit der Kanzlerin legt der 40-Jährige kurz seine Hand auf ihren Oberarm. So etwas mag die 60-Jährige überhaupt nicht.

Es ist ein ungewöhnlicher Auftritt. Selten sind so viele Emotionen im Spiel wie diesmal. Sogar bei Merkel.