Nach einem Gewaltausbruch im Flüchtlingsheim Suhl am Mittwoch mit mindestens 17 Verletzten ist ein 25-Jähriger, der den Anstoß dafür gegeben haben soll, in ein anderes Bundesland verlegt worden.

Der aus Afghanistan stammende Mann hatte nach bisherigen Erkenntnissen am Mittwoch Seiten aus dem Koran gerissen und in eine Toilette geworfen. Infolge der Provokation eskalierten Auseinandersetzungen, so dass schließlich 120 Polizisten anrücken mussten. Sechs Polizisten und elf Flüchtlinge wurden verletzt. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch, Körperverletzungen und Sachbeschädigung. Gegen den 25-Jährigen werde bislang nicht ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Bisher sei erst ein Verdächtiger namentlich ermittelt worden, sagte der Sprecher. Bei diesem gehe es aber um keinen der schwereren Vorfälle. Derzeit würden weitere Heimbewohner befragt. Die Polizei werte außerdem Videomaterial von Medien aus sowie Handybilder von anderen Zuschauern. Anhand der Ergebnisse müsse dann geprüft werden, ob einzelne Attacken auch als versuchter Totschlag zu werten seien, hieß es.


Trennung nach Ethnien - ein "unglücklicher Vorschlag"

Derweil wird über mögliche Konsequenzen aus den Vorfällen diskutiert. Einer ist die nach Ethnien getrennte Unterbringung von Flüchtlingen. "Das geht nicht und das ist nicht gewollt", sagte CDU-Fraktionschef Mike Mohring zur Trennung von Flüchtlingen am Freitag in Erfurt. Das sei einer der unglücklichen Vorschläge von Ramelow.

Der Linke-Politiker hatte damit auf die gewalttätigen Auseinandersetzungen in dem Flüchtlingsheim in Suhl reagiert, bei denen religiöse Konflikte eine Rolle gespielt haben sollen.

Sein Vorschlag nach getrennten Unterkünften für verschiedene ethnische Gruppen von Flüchtlingen wird auch in den sozialen Netzwerken sehr kontrovers diskutiert.