Münster

Gemischtes Echo auf Münster-"Tatort" mit gespielten Schwulen

Prof. Boerne und Kommissar Thiel spielten im "Tatort" aus Münster ein Schwulenpaar. Das Netz ist amüsiert.
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Die Schauspieler Axel Prahl (als Kommissar Frank Thiel, l) und Jan Josef Liefers (als Prof. Karl-Friedrich Boerne) posieren bei Dreharbeiten der «Tatort»-Folge «Erkläre Chimäre». Foto: Bernd Thissen/dpa
Die Schauspieler Axel Prahl (als Kommissar Frank Thiel, l) und Jan Josef Liefers (als Prof. Karl-Friedrich Boerne) posieren bei Dreharbeiten der «Tatort»-Folge «Erkläre Chimäre». Foto: Bernd Thissen/dpa
Der Münster-"Tatort" vom Sonntagabend ist mit seinen schwulen Verwicklungen bei den Zuschauern auf ein geteiltes Echo gestoßen. "Läuft nicht mal 10 min und ist mir jetzt schon zu viel Klamauk", twitterte etwa @deniiideniiis. Andere freuten sich dagegen über den ungewöhnlichen Auftritt der beiden Kommissare. "Kann man das Hochzeitsfoto im #Tatort-Fanshop kaufen?", fragte beispielsweise @fraeulein_tessa. Der Film vom Sonntag war der 27. Fall aus Münster seit 2002.

In der WDR-Krimikomödie "Erkläre Chimäre" im Ersten war das Ermittlerduo Thiel/Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) diesmal als Männerpaar zu sehen - allerdings nur arrangiert, um den reichen Onkel aus Florida (Christian Kohlund) für eine Erbschaft zu täuschen.

Die Presse hatte den neuen Fall vorab unterschiedlich rezensiert: "Spiegel Online" schrieb etwa: "Auch wenn die Darsteller Liefers und Prahl, großes Lob immerhin
dafür, allzu tuckiges Verhalten vermeiden, geht diese umgekrempelte Version von "Charleys Tante" an keiner Stelle auf." Die "taz" meinte dagegen: "Falls man das Wörtchen "altbacken" also auch irgendwie nett meinen kann, dann sind die Münsteraner Fälle auf ganz wunderbare Art etwas trutschig."

Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte Schauspieler Prahl (55): "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es die eine oder andere Spielart für homosexuelle Ermittler gibt. Und ich glaube schon, dass auch das Publikum einen schwulen Kommissar oder eine lesbische Kommissarin akzeptieren würde. Das könnte ja auch sehr interessante Situationen ergeben."

Seit Irland in einem Referendum für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften gestimmt hat, ist die Diskussion über die Ehe für alle auch in Deutschland wiederbelebt.

Auch Liefers (50) hatte seine Meinung zu Eherechten für gleichgeschlechtliche Paare schon kundgetan. In einem Facebook-Interview für die "Bild am Sonntag" schrieb er: "Es wäre mir lieber gewesen, Deutschland wäre den Schritt vor Irland gegangen, gleichgeschlechtliche Ehen gleichzustellen. Wir waren mal sehr fortschrittlich in diesen Fragen."

Im Kern des aktuellen TV-Falls ging es um einen Toten, den die Ermittler im Schlachtraum eines kleinen Hofladens finden. Es gab Spuren zu einem Weinhändler und eben eine Verbindung zu Boernes schwulem Erbonkel.