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Telefonaktion

Geld- und Vermögensanlage: A bissl was geht immer

Sparbrief, Aktien, Rentenfonds: Welche Vermögensanlage lohnt noch? Bei unserer Telefonaktion gaben zwei Experten Tipps an interessierte Leser.
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Ab zur Bank mit dem Geld, um es zu vermehren? Das ist heute schwieriger als früher, aber nicht unmöglich.  Foto: Barbara Herbst
Ab zur Bank mit dem Geld, um es zu vermehren? Das ist heute schwieriger als früher, aber nicht unmöglich. Foto: Barbara Herbst

Kaum noch Rendite, wo man auch schaut: Viele Sparer sind aufgrund der anhaltenden Nullzinspolitik und steigender Inflation frustriert. Das Geld auf dem Bankkonto verliert langsam an Wert, für die Investition in Aktien braucht es etwas Mut. Was also tun? Tipps rund um die Geld- und Vermögensanlage bekamen unsere Leser bei unserer jüngsten Telefonaktion.

Rede und Antwort standen zwei Experten des Bundesverbands deutscher Banken. Was Andreas Stilkerich und Dieter Mark unseren Lesern empfehlen, zeigt folgende Zusammenfassung.

Ich habe über ETFs auf den Dax gelesen. Wo kann ich die kaufen?

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Index nachbilden zum Beispiel den Dax. Der Wert entwickelt sich wie der Dax, er macht alle Kursschwankungen mit, sowohl nach oben als auch nach unten. Grundsätzlich müssen Sie sich des Kursrisikos bewusst sein und Kursschwankungen aushalten können. Langfristig jedoch haben Aktienanlagen gute Renditechancen. Fragen Sie Ihre Bank nach ETFs.

Wir bekommen bald einen größeren Sparbetrag ausgezahlt. Was machen wir mit dem Geld, wo es doch jetzt keine Zinsen mehr gibt? Sind Fonds eine Lösung?

Sofern Sie das Geld für mindestens fünf Jahre anlegen können, kommen Fonds in Betracht. Die Auswahl an Fonds ist groß, es gibt einen für jeden Anlagezweck. Am besten vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Geldinstitut und lassen sich beraten.

Ich möchte in Aktien anlegen. Sind Einzelaktien besser oder Aktienfoonds?

Das hängt natürlich auch von Ihrer Risikobereitschaft und Kenntnis ab. In eine Aktienanlage sollten Sie längerfristig investieren und auf eine breite Streuung achten. Bei einem Aktienfonds übernimmt der Fondsmanager die Auswahl. Einzelaktien hingegen müssen Sie selbst auswählen. Es kann sinnvoll sein, einen größeren Betrag nach und nach anzulegen. Dadurch vermeiden Sie den Einstieg zu Höchstkursen.

Ich habe vor zwei Jahren Rentenfonds gekauft. Soll ich die Gewinne mitnehmen?

Ja, das könnte sinnvoll sein. Denn die Kurse von Rentenfonds können schon bei kleinsten Zinsbewegungen relativ stark fallen. Früher konnte dies über einen vergleichsweise hohen Zins wieder ausgeglichen werden, das ist heute nicht mehr der Fall.

Da ich von meinen Ersparnissen in ein bis zwei Jahren einen Umbau finanzieren muss, bleibt wohl nur Tages- oder Festgeld. Oder gibt es irgendwo bessere Zinsen?

Viel Hoffnung auf hohe Zinsen können wir Ihnen nicht machen. Dafür ist das aktuelle Zinsniveau einfach zu gering. Aber vergleichen Sie ruhig mehrere Angebote und achten Sie dabei auch auf das Kleingedruckte. Wichtig ist auch die Höhe der Einlagensicherung, besonders wenn es sich um eine ausländische Bank handelt.

Ich überlege, 20 000 Euro von meinem Sparkonto in einen ETF auf den MSCI World anzulegen. Was meinen Sie?

Grundsätzlich ist der MSCI World eine gute Basis für eine breit gestreute Anlage. Es werden 1600 Unternehmen in etwa 23 Ländern abgedeckt, so dass das Risiko gut verteilt ist. Sie sollten jedoch nur Geld anlegen, auf das Sie langfristig verzichten können.

Ich bekomme 40 000 Euro aus einer Lebensversicherung. Dies ist mein gesamtes Vermögen. Wie kann ich den Betrag anlegen?

Grundsätzlich sollten Sie verschiedene Anlageklassen kombinieren und Ihr Geld aufteilen. Überlegen Sie, wie viel Geld Sie für geplante Anschaffungen und eine Notfall-Reserve benötigen. Diesen Teil legen Sie am besten auf ein Tagesgeldkonto. Dabei bekommen Sie zwar keine Zinsen, aber das Geld ist ständig verfügbar. Für den Teil, den Sie langfristig anlegen können, kommen Fonds infrage.

30 000 Euro liegen auf dem Sparkonto. Kommen Negativzinsen auf mich zu?

Voraussichtlich müssen Sie bei diesem Betrag keine Strafzinsen befürchten. Allerdings verliert Ihr Erspartes trotzdem an Wert. Denn die aktuellen Zinsen reichen nicht, um die Inflationsrate, die zwischen 1,5 und 2,0 Prozent liegt, auszugleichen.

Warum sind ETFs günstiger als gemanagte Fonds?

ETFs sind passive Fonds, die ohne aktives Fondsmanagement auskommen, und so nicht auf Veränderungen am Markt flexibel reagieren können. Ein gemanagter Fonds hingegen kann gezielt agieren und in gewissen Branchen, Länder oder Einzelwerte verstärkt investieren - oder eben nicht.

ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Fonds, können aber auch nicht besser abschneiden als der Index, den sie nachbilden. Die Kosten sollten hier nicht das einzige Auswahlkriterium sein. Lassen Sie sich von Ihrem Berater die Wertentwicklung von ETFs im Vergleich zu Aktienfonds in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren zeigen.

Die Aktienkurse sind in den letzten Monaten gestiegen und ich überlege, ob ich nicht doch etwas Geld in Aktien anlegen soll. Lohnt sich das angesichts der aktuellen Kurse noch?

Für langfristig orientierte Anleger, die Vermögen bilden wollen, ist eine Anlage in Aktien unverzichtbar. Aktuell könnte es sinnvoll sein, nach und nach mit Teilbeträgen einzusteigen, um so zu unterschiedlichen Kursen zu kaufen. So kann man vermeiden, zum falschen Zeitpunkt alles zu investieren. Je länger die Laufzeit, desto mehr nimmt das Risiko von Kursverlusten ab.

Soll ich für 30 000 Euro zwei deutsche Aktien kaufen?

Wenn Sie Einzelaktien kaufen möchten, sollten Sie in mindestens zehn bis 20 Aktien investieren. Bei nur zwei Werten ist das Risiko bei Kursverluste viel zu hoch. Für Sie könnten Aktienfonds, die weltweit anlegen, die bessere Wahl sein.

Wie kann ich dauerhaft mit überschaubaren Beträgen für meine Kinder etwas sparen?

Für ein Sparbuch gibt es keine Zinsen mehr. Um auf Dauer zu sparen, lohnen sich am ehesten Fondssparpläne. Kursschwankungen können Ihnen aber auch einen Vorteil verschaffen: Bei niedrige Kursen kauft man mehr Anteile für die Sparrate. Langfristig ergibt sich so ein günstiger Durchschnittspreis.

Fondssparpläne sind sehr flexibel, sie können jederzeit die Sparrate verändern und sind an keine festen Laufzeiten gebunden. Man sollte aber einen Anlagezeitraum von acht bis zwölf Jahren ins Auge fassen, um nicht bei schlechten Kursen verkaufen zu müssen.

In zehn Jahren gehe ich in Rente. Bis dahin möchte ich 10 000 Euro anlegen. Was raten Sie mir?

Zunächst sollten Sie nur den Betrag anlegen, auf den Sie langfristig verzichten können. Mit Mischfonds investieren Sie in mehrere Anlageklassen und haben so schon eine breite Streuung. Mischfonds mit einem kleinen Aktienanteil können auch für sicherheitsorientierte Anleger geeignet sein. Je höher der Aktienanteil ist, desto mehr Kursrisiko besteht. Aber eben auch höhere Renditechancen.

Die Zinsen für Festgeld sind mir zu wenig. Ein hohes Risiko möchte ich aber auch nicht eingehen. Haben Sie einen Tipp für mich?

Offene Immobilienfonds könnten eine Alternative für Sie sein. Die Schwankungen sind in der Regel gering und sie verfügen über eine stetige Wertentwicklung mit regelmäßigen Erträgen von zwei bis drei Prozent. Offene Immobilienfonds bieten aufgrund der Sachwerte außerdem einen gewissen Inflationsschutz. Achten Sie jedoch auf die Kosten. Außerdem muss eine Mindesthaltefrist von 24 Monaten sowie eine Kündigungsfrist von einem Jahr eingehalten werden.

Unabhängige Beratung

Beratung Die Verbraucherzentrale Bayern bietet individuelle Termine zur Altersvorsorge und Geldanlage an. Man kann Angebote prüfen (30 Euro/30 Minuten) oder eine umfassende Strategie erstellen lassen (90 Euro/90 Minuten) sowie sich zu Konto und Kredit (15 Euro/30 Minuten) informieren.

Kontakt Einen Termin für die fränkischen Beratungsstellen in (unter anderem) Bamberg, Nürnberg, Würzburg und Schweinfurt kann man unter der zentralen Rufnummer 089/552794131 vereinbaren. Weitere Infos unter www.verbraucherzentrale-bayern.de.