Angela Merkels Wahlkampfbus steht mitten in der Sperrzone. "Die Kanzlerin kommt", wirbt ein Schriftzug auf dem weißen Transporter. Nebenan auf dem Ingolstädter Rathausplatz sind Podeste für eine Bühne aufgebaut, Bierbänke stehen bereit. Doch der Platz ist verwaist, abgesperrt, statt Unions-Wahlkämpfern nur Polizisten, Sanitäter, Spezialkommandos. Nur wenige Meter entfernt vom Ort, wo Merkel am Nachmittag auftreten wollte, bringt ein 24-Jähriger am Montag drei Menschen in seine Gewalt.

Alfred Lehmann steht der Schweiß auf der Stirn. "Das war mehr als Stalking", sagt der Oberbürgermeister über den Täter. Der Geiselnehmer, vorbestraft, hatte in den vergangenen Wochen eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung belästigt und deshalb schließlich Hausverbot in allen Rathäusern bekommen. "Das machen wir ganz selten", betont Lehmann.

Aggressiv sei der Vorbestrafte aufgetreten.