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Nürnberg
Bahnstreik

GDL beendet Lokführerstreik bereits am Samstagabend

Der Streik der Lokführer bei der Bahn endet nun doch früher als zunächst angekündigt. Wie die GDL bekannt gab, ist der Streik am Samstagabend um 18 Uhr zu Ende. Das sei eine Geste der Versöhnung.
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Menschenleer ist ein Bahnsteig im Hauptbahnhof von Würzburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Menschenleer ist ein Bahnsteig im Hauptbahnhof von Würzburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Lokführergewerkschaft GDL will ihren Streik früher als geplant beenden. Die Lokführer würden als "Versöhnungsgeste" ihre Arbeit schon ab Samstagabend, 18.00 Uhr, wieder aufnehmen, erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Freitag in Frankfurt. Zuvor hatte das Landesarbeitsgericht Hessen den Streik auch in zweiter Instanz als rechtmäßig anerkannt.

"Wir könnten den Streik bis Montag, 4.00 Uhr, fortsetzen", sagte der GDL-Chef. Es handele sich um eine Geste der Versöhnung. Zuvor hatte die GDL einen Vorschlag der Bahn abgelehnt, zur Einheitsfeier am Sonntag wenigstens den Berlin-Verkehr vom Streik auszunehmen.

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte angesichts des vorgezogenen Streikendes, dass sich damit der Einsatz der Bahn vor den Gerichten gelohnt habe: "Das ist ein gutes Zeichen für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter."

Bis dahin gibt es bei der Bahn einen Ersatzfahrplan. So sei in München am Freitag jede zweite S-Bahn verkehrt. "Am Wochenende werden wir nur geringfügig weniger fahren", kündigte der Bahn-Sprecher an. Bahnreisende sollten sich trotzdem vorab informieren. Aktuelle Auskünfte gebe es unter www.bahn.de/liveauskunft oder www.bahn.de/aktuell.

EVG distanziert sich

Unterdessen haben Mitglieder der GDL-Konkurrenz, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), "Nervennahrung" am vom Lokführer-Streik betroffene Fahrgäste in Nürnberg verteilt. Im Hauptbahnhof drückten die EVG-Vertreter Wartenden Tütchen mit Nüssen, Trockenfrüchten und Schokolade in die Hand und distanzierten sich vom Streik der GDL.

"Den Streik der GDL halten wir von der EVG für überzogen. Die Lage ist nicht mehr schön. Das kommt schon einem erpresserischen Gebaren nahe", sagte der Nürnberger EVG-Chef Frank Hauenstein. Die Auswirkung des Streiks sei "kein Beweis für die Massenorganisation einer Gewerkschaft", betonte Hauenstein: "Wir könnten mit nur drei Leuten den gesamten Bahnverkehr in Deutschland lahmlegen."

Selbst unter Lokführern wachse der Unmut über den Streik, sagte Hauenstein. Die unbeteiligten Bahnbeschäftigten verlören täglich rund 50 Euro Fahrzulage. Viele Lokführer säßen in Bereitschaftszimmern und warteten auf ihren Einsatz. In Bayern könnte die Bahn wegen der großen Zahl der nicht streikenden Lokführer theoretisch 60 Prozent des Bahnverkehrs aufrechterhalten. In Nürnberg seien 55 Prozent aller Lokführer in der EVG organisiert.